Genter Altar, Polyptychon aus dem 15. Jahrhundert in der Sankt-Bavo-Kathedrale, Belgien
Das Genter Altarbild ist ein mehrteiliges Altarretabel in der Sankt-Bavo-Kathedrale in Gent, Belgien, das aus zwölf Holztafeln aus Eichenholz gefertigt und mit Ölfarben bemalt wurde. Die Konstruktion misst 5,2 Meter in der Breite und 3,4 Meter in der Höhe, wobei die Tafeln beim Öffnen und Schließen unterschiedliche religiöse Szenen zeigen.
Die Brüder Hubert und Jan van Eyck schufen das Werk zwischen 1420 und 1432 im Auftrag des Kaufmanns Jodocus Vijd und seiner Frau Lysbette Borluut. Nach seiner Fertigstellung blieb das Altarbild in der Kathedrale, durchlief aber Perioden von Beschädigungen, Diebstahl und Restaurierungen über die Jahrhunderte hinweg.
Der französische Name des Werks, Retable de l'Agneau mystique, verweist auf die zentrale Darstellung des Lamms auf der Mitteltafel, die in den Kirchenräumen besonders bei Gottesdiensten anziehende Blicke auf sich zieht. Die Sakramentskapelle, in der das Werk zu sehen ist, hat sich zu einem Ort entwickelt, an dem Besucher die Symbolkraft religiöser Malerei unmittelbar erleben können.
Das Altarbild befindet sich in der Sakramentskapelle der Kathedrale, wo Besucher es aus nächster Nähe betrachten können und moderne digitale Hilfsmittel Details vergrößern helfen. Die Kapelle ist während der Öffnungszeiten der Kathedrale zugänglich, wobei das Licht je nach Tageszeit die Farbwirkung der Tafeln verändert.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Tafeln in den Salzbergwerken von Altaussee in Österreich versteckt, um sie vor Zerstörung und Raub zu schützen. Eine der Tafeln wurde 1934 gestohlen und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht, sodass Besucher heute eine moderne Kopie an ihrer Stelle sehen.
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