Schloss Fallais, Burg in Braives, Belgien
Das Château de Fallais ist eine mittelalterliche Burg in Fallais, einem Dorf der Gemeinde Braives in der belgischen Provinz Lüttich. Sie hat einen rechteckigen Grundriss mit runden Ecktürmen und einem Wassergraben, der das Gebäude umgibt.
Die erste Burg wurde um 1150 von der Familie Beaufort errichtet, um 1200 kamen ein Wohnbau und vier Türme hinzu. Im Oktober 1465 traf hier Ludwig von Bourbon, Fürstbischof von Lüttich, seinen Cousin Karl den Kühnen vor der Schlacht bei Montenaken. Ludwig XIV. weilte vom 3. bis 9. Juli 1675 während der Belagerung von Huy und befahl die Zerstörung der Burgund- und Grignard-Türme sowie zweier Kurtinen; Auguste Van Assche baute sie 1881 wieder auf.
Die Herren von Fallais besaßen das Recht, Münzen zu prägen, und der Tour de la Monnaie verdankt seinen Namen diesem Privileg. Ein um 1500 geschnitzter Kopf schmückt den Schlussstein des Torbogens am Eingang auf der Hofseite. Der Tour Saint-Jean beherbergte einst eine dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kapelle.
Das Schloss ist Privatbesitz und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, doch die Außenfassade und der Wassergraben sind von der Rue du Château aus gut zu sehen. Für einen Besuch des Geländes ist eine Voranmeldung erforderlich, und bei bestimmten Veranstaltungen, vor allem in den wärmeren Monaten, wird das Gelände für Führungen geöffnet.
Im Juni 1675 übernachtete Ludwig XIV. persönlich in der Burg, bevor er den Abriss zweier ihrer Türme anordnete. Die 1937 nach einem Brand im nördlichen Flügel durchgeführten Wiederaufbauarbeiten sind noch heute sichtbar und unterscheiden sich von den mittelalterlichen Steinabschnitten.
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