Schloss Zellaer, Neugotisches Schloss in Bonheiden, Belgien
Schloss Zellaer ist ein neugotisches Schloss nördlich des Zentrums von Bonheiden, errichtet auf einer künstlichen Insel in einem großen Teich. Der rechteckige Grundriss hat runde Ecktürme mit kegelförmigen Schieferdächern, einen höheren Turm rechts und einen zentralen Bogeneingang unter einem Rundfenster, darüber Zinnen und Fialen. Die Mauern bestehen aus weißen Sandsteinblöcken der abgebrochenen Forts von Vilvoorde.
Bereits vor dem heutigen Schloss stand hier eine Burg: Eine Verkaufsanzeige vom 20. Oktober 1836 beschreibt einen viereckigen gotischen Bau mit vier Türmen und einem Glockentürmchen, und beim Abbruch fand man Holzpfähle, die möglicherweise aus dem 13. Jahrhundert stammen. Wouter Berthout, Herr von Mecheln, gab sie vielleicht in Auftrag, Kanoniker Arnold van Zellaer war erster Eigentümer. Das heutige Schloss entstand 1888–1892 für Baron Gustavius Eugenius Leo Maria Gislainus de Vrière nach Plänen des Mechelner Architekten Heugenbaarts, aus weißem Sandstein der abgebrochenen Forts von Vilvoorde, den abhängige Bauern mit Pferd und Wagen herbeischafften. Im Ersten Weltkrieg beschädigt, wurde es ab Ende der 1950er Jahre durch Priester Vincent d'Héu wiederhergestellt und 1962 für das Foyer de Charité eröffnet.
Der Name des Schlosses geht auf Arnold van Zellaer zurück, einen frühen Besitzer der mittelalterlichen Burg an dieser Stelle. Seit 1962 beherbergt es eine Gemeinschaft der Bewegung Foyer de Charité, die von Martha Robin gegründet und vom Franziskanerpriester Vincent d'Heu hierher gebracht wurde. Heute dient es als Exerzitienzentrum für Gebet und spirituelle Praxis.
Das Schloss steht auf einer künstlichen Insel in einem großen Teich und ist über eine Steinbrücke an der Ostseite erreichbar. Es beherbergt heute ein Exerzitienzentrum der Bewegung Foyer de Charité, daher sind Besichtigungen kein reguläres Touristenangebot; erkundigen Sie sich vor einem Besuch beim Zentrum. Der umliegende Park, seit 2017 von der Stiftung Kempens Landschap verwaltet, bewahrt mehrere breite Gräben.
Die weißen Sandsteinblöcke in den Mauern stammen von den abgerissenen Forts von Vilvoorde; die von Zellaer abhängigen Bauern mussten sie mit Pferd und Wagen herbeischaffen. Die Behauptung, das Schloss sei eine verkleinerte Kopie eines Loireschlosses, ist nie bewiesen worden, obwohl es Sully-sur-Loire ähnelt.
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