Sanatorium Joseph Lemaire, Modernistisches Sanatorium in Overijse, Belgien.
Das Sanatorium Joseph Lemaire ist ein modernistisches Krankengebäude in Overijse, das sich durch rechtwinklig angeordnete Flügel, großflächige Verglasungen und Betonkonstruktionen auszeichnet. Die Raumorganisation kombiniert Patientenzimmer, Behandlungsräume und Terrassen zu einem zusammenhängenden medizinischen Komplex.
Das Sanatorium wurde zwischen 1936 und 1937 vom belgischen Architekten Maxime Brunfaut erbaut, um kranke Männer während der europäischen Tuberkuloseepidemie aufzunehmen und zu behandeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude noch Jahrzehnte als Krankeneinrichtung, bevor es 1987 geschlossen wurde.
Das Gebäude zeigt durch seine großzügigen Verglasungen und offenen Terrassen den Glauben an Luft und Licht als Heilmittel, wie es in der medizinischen Philosophie der 1930er Jahre üblich war. Die Anordnung der Räume spiegelt eine Philosophie wider, die Genesung durch natürliche Elemente und die direkte Verbindung zur Außenwelt förderte.
Das Gebäude steht seit 1987 leer und zeigt Zeichen von Verfall, doch es wurde 1993 unter Denkmalschutz gestellt. Besucher sollten beachten, dass es sich um ein geschlossenes, nicht zugängliches Gelände handelt und die Struktur fragil ist.
Jedes Patientenzimmer verfügte über einen privaten Zugang zu nach Süden ausgerichteten Terrassen, wo Sonnenlichttherapie durchgeführt wurde. Diese Heliotherapie war ein zentrales Behandlungskonzept und prägte das gesamte architektonische Layout des Gebäudes.
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