Sint-Odulfuskerk, Gotische Kirche in Borgloon, Belgien
Die Sint-Odulfuskerk ist eine fünfschiffige Kreuzbasilika aus rauem grauem und braunem Stein, mit einem hohen, schlanken dunkelgrauen Turmhelm, der von einem Kreuz gekrönt wird und sich rechts aus einem quadratischen Steinturm erhebt. Der Turm hat hohe Bogenfenster und ein Zifferblatt nahe der Basis des Helms; der Hauptbau erstreckt sich nach links mit steilen grauen Dächern, einer kleinen Dachgaube und einem niedrigeren Seitenschiff mit rundbogigen Fenstern. Neben dem Turm steht ein Gerüst.
Die Kirche wurde vermutlich Ende des 10. Jahrhunderts gegründet; bereits 1027 war ein Kanonikerstift an sie gebunden, und 1047 wurde sie erstmals schriftlich erwähnt und den Heiligen Petrus, Paulus und Odulf geweiht. 1130-1131 ersetzte eine romanische Kirche den Vorgängerbau, und 1406 wurde der heutige gotische Turm errichtet. Ihr heutiges neuromanisches Aussehen erhielt die Kirche bei der Restaurierung 1903-1904 unter Hyacinthus Martens und Vincent Lenertz.
Die Kirche ist dem heiligen Odulf geweiht, doch ihr mittelalterlicher Gebetstuhl gehörte der Mystikerin Lutgardis von Tongern aus dem 13. Jahrhundert. Sie bewahrt zudem einen Reliquienschrein von 1292 mit Gebeinen und Schädeln, die der heiligen Ursula und weiteren Heiligen zugeschrieben werden. Die ab 1027 belegten Kanoniker des Kapitels sangen hier täglich die Horen und führten die Pfarrschule.
Die Kirche ist von außen jederzeit zugänglich und bietet einen schönen Blick auf ihre gotische Architektur. Für einen detaillierten Besuch im Inneren sollte man sich über Öffnungszeiten informieren, da regelmäßige Besichtigungen organisiert werden.
Der in der Kirche aufbewahrte Gebetsstuhl gehörte der heiligen Lutgardis von Tongern, nicht dem heiligen Odulf. Er stammt aus dem 12. oder 13. Jahrhundert, als Lutgardis zeitweise bei der Klausnerin Jutta in einer an den Altar angebauten Zelle lebte.
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