Abtei Saint-Martin von Tournai, Benediktinerkloster in Tournai, Belgien
Die Abtei Saint-Martin in Tournai ist ein ehemaliges Benediktinerkloster; ihr erhaltener Abtspalast, 1763 bis 1767 nach Plänen von Laurent-Benoît Dewez errichtet, dient heute als Rathaus von Tournai. Die 130 Meter lange Fassade verbindet einen zweigeschossigen Steinflügel mit hohen weiß gerahmten Fenstern und Blumenkästen, einen höheren Mittelteil mit geschnitztem Dreiecksgiebel und Steinpfeilern sowie einen rundbogigen, von Säulen gerahmten Eingang hinter einer Balusterterrasse.
Der heilige Eligius gründete hier im 7. Jahrhundert ein Kloster; Normanneneinfälle beendeten das Mönchsleben, bis Odo von Tournai es 1092 neu gründete und 1095 die Benediktsregel annahm. Ende des 13. Jahrhunderts verwalteten rund hundert Mönche etwa vierzig Priorate, Wälder und zwanzig Mühlen. Eine päpstliche Untersuchung von 1332 deckte ruinöse Misswirtschaft auf, und die Belagerung von Tournai verwüstete die Abtei 1340. 1796-1797 aufgehoben und weitgehend abgerissen, blieb der Abtspalast von 1763-1767 nach Plänen von Laurent-Benoît Dewez erhalten, heute Rathaus.
Die Abtei ist dem heiligen Martin von Tours geweiht, dem der heilige Eligius der Überlieferung nach im 7. Jahrhundert hier ein Kloster gründete. Unter Odo von Tournai nahm die Gemeinschaft 1095 die Regel des heiligen Benedikt an, und zwölf Kopisten unter der Leitung des Mönchs Rodulphus kopierten zahlreiche Werke der Antike. Der Abtspalast, den Laurent-Benoît Dewez von 1763 bis 1767 erbaute, beherbergt seit 1830 die Stadtverwaltung von Tournai.
Der Ort ist am einfachsten zu Fuß erreichbar, da er sich im Stadtzentrum von Tournai befindet und mit anderen historischen Sehenswürdigkeiten verbunden ist. Da ein Teil des Komplexes noch heute als Rathaus genutzt wird, können einige Bereiche eingeschränkt zugänglich sein und es ist ratsam, vorab zu prüfen, welche Bereiche für Besucher offen sind.
Das Kloster beschäftigte eine große Gruppe von Schreibern, die sorgfältig religiöse und administrative Texte kopiert haben, was zur Verbreitung von Wissen im Mittelalter beitrug. Diese Schreibtätigkeit war eine wichtige Tätigkeit, da gedruckte Bücher noch nicht existierten und handgeschriebene Kopien wertvoll waren.
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