Grenze zwischen Belgien und Deutschland, politische Grenze der Staatsgebiete der Bundesrepublik Deutschland und des Königreichs Belgien
Die belgisch-deutsche Grenze ist eine internationale Landgrenze, die die beiden Nachbarländer durch Wälder, Hochmoore und Hügellandschaften des Hohen Venns trennt. Sie wird von mehreren Straßen und zwei Autobahnen gequert und von zwei Bahnlinien begleitet, die Lüttich und Tongern mit Aachen verbinden.
Die Grenze entstand nach dem Ersten Weltkrieg durch den Vertrag von Versailles von 1919, der die Regionen Eupen und Malmedy sowie die Eisenbahnstrecke der Vennbahn von Deutschland an Belgien übertrug. Im Zweiten Weltkrieg wurden diese Gebiete kurzzeitig von Deutschland annektiert, doch nach Kriegsende wurde die frühere Grenzlinie wiederhergestellt.
Die Grenzregion beherbergt eine deutschsprachige Gemeinschaft auf belgischer Seite, vor allem rund um Eupen, wo Deutsch eine offizielle Sprache ist. In den Dörfern entlang der Grenze hört man täglich Deutsch auf beiden Seiten, und lokale Märkte, Feste und Küche spiegeln diesen gemeinsamen Alltag wider.
Da beide Länder zur Europäischen Union und zum Schengen-Raum gehören, gibt es seit Ende der 1990er Jahre keine routinemäßigen Pass- oder Zollkontrollen mehr. Fußgänger und Radfahrer können die Grenze an vielen Stellen frei überqueren, und die Vennbahn-Fahrradroute ist ein beliebter Weg durch das Grenzgebiet.
Das Vennbahn-Eisenbahnprojekt hat sechs deutsche Exklaven geschaffen, die vollständig von belgischem Territorium umgeben sind, darunter das Dorf Ruitzhof und Teile von Monschau und Roetgen. Diese Exklaven entstanden allein durch die Trassenführung der alten Eisenbahnstrecke, die zur belgischen Grenze wurde, und existieren bis heute.
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