Sahara Lommel, Naturschutzgebiet in Lommel, Belgien.
Das Sahara Lommel ist ein Naturschutzgebiet mit 193 Hektar und bietet eine ungewöhnliche Landschaft aus weißem Sand, klaren blauen Seen und Kiefernwäldern. Die Sanddünen und Heideflächen schaffen ein Landschaftsbild, das eher an eine Wüste erinnert als an die typische belgische Umgebung.
Der kahle Sand stammt von der Zinkfabrik der Familie Schulte in Lommel-Werkplaatsen, deren Abgase zwischen 1902 und 1940 die Vegetation zerstörten und rund 350 Hektar weißen Sand hinterließen. Der See entstand durch Sandabbau zwischen 1920 und 1925. Nach dem Zweiten Weltkrieg bremsten Nadelbäume und Reisighecken, sogenannte Mutsaards, den Flugsand und verkleinerten die Dünenfläche auf die heutigen 193 Hektar.
Der Naturschutzbereich dient als Drehort für flämische Produktionen und zeigt, wie ein industrielles Gelände erfolgreich in eine natürliche Landschaft umgewandelt werden kann. Besucher können heute erleben, wie die Natur einen verlassenen Industriestandort zurückerobert hat.
Das Gebiet ist durch mehrere Wanderwege erschlossen, darunter eine 12 Kilometer lange rote Strecke und eine knapp 6 Kilometer lange orangefarbene Route, die vom Parkplatz De Soeverein aus starten. Der Untergrund ist sandig und die Wege sind gut markiert, sodass Besucher die Landschaft leicht erkunden können.
Die frühere Sprengstofffabrik Poudreries Réunies de Belgique nutzte die Sahara als Testgelände; erhalten sind ein Schutzunterstand, in dem sich Arbeiter bei Granattests versteckten, die Ruine einer Vernichtungsgrube von etwa 10 Metern Durchmesser zum Abbau überschüssiger Munition sowie Beton-Sicherheitspyramiden gegen Granatsplitter und Kanonenkugeln.
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