Timber frame house, 6-8 Rue des Mârets, Denkmalgeschütztes Haus in Wandre, Belgien
Das Maison des Marêts in der Rue des Mârets 6-8 ist ein Haus aus dem 16. Jahrhundert, dessen östlicher Giebel auf zwei weiß gestrichenen Geschossen aus Kohlensandstein ruht. Darüber bilden zwei vorkragende Fachwerkgeschosse mit horizontalen und vertikalen Balken und Andreaskreuzen ein dichtes Muster aus vierunddreißig kleinen und vier größeren Kreuzen weiter unten. Der Giebel trägt Fensterreihen, unten öffnet sich eine dunkle Tür mit der Plakette „38“.
Der Fachwerkteil des Hauses wurde durch dendrochronologische Analyse auf 1524-1534 datiert. Es war Eigentum der Rouveroy, die seit dem 16. Jahrhundert Grubenmeister waren, und wurde im 18. Jahrhundert umgebaut. Zwischen 2002 und 2004 restauriert, beherbergt es heute zwei Wohnungen. Seit 1977 geschützt, steht es seit 2013 auf der Liste des außergewöhnlichen wallonischen Erbes.
Das Haus zeigt handwerkliche Traditionen der Region, die Menschen erkannten die Fertigkeiten der Zimmerleute an ihrer Arbeit. Diese Bauweise war ein Stolz der lokalen Gemeinschaft und prägte das Aussehen ganzer Siedlungen.
Das Haus ist von außen zu besichtigen, wobei man die Fachwerkstruktur deutlich erkennen kann und die verschiedenen Handwerkstechniken studieren kann. Wer das Innere verstehen möchte, sollte von einer guten Beobachtungsposition aus die Anordnung der Holzteile betrachten.
Die Holzteile sind ohne metallische Befestigungsmittel zusammengefügt, stattdessen sorgen fein angepasste Holzzapfen für die Verbindung. Dieses System zeigt, wie Handwerker in früheren Zeiten Materialien elegant einsparten und trotzdem stabile, langlebige Strukturen schufen.
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