Église Saint-Géry, Mittelalterliche Kirche in Belœil, Belgien.
Die Kirche Saint-Géry ist ein neuromanischer Bau aus graubraunem Bruchstein mit steilem rotem Wellblechdach. Am Kreuzungspunkt von einschiffigem Langhaus mit drei Jochen und bescheidenem Querhaus steht ein quadratischer Glockenturm mit rotem Pyramidendach und Metallkreuz, durchbrochen von rundbogigen Öffnungen. Der flach schließende Chor liegt über einer Querkrypta; eine graue Steinmauer mit abgedeckten Pfeilern begrenzt den Vorplatz.
Um 1100 für ein 1077 gegründetes Benediktinerpriorat errichtet, blieb die Kirche nach der Aufhebung des Priorats 1119 unvollendet und wurde der Abtei Saint-Ghislain angegliedert. 1454 galt sie als baufällig und wurde nach den ursprünglichen Plänen neu gebaut, mit einem Spitzhelm über dem Querschiff und einem vergrößerten Schiff. Ende des 19. Jahrhunderts fast abgerissen, wurde sie 1900 bis 1904 unter dem Architekten Sonneville wieder aufgebaut, der den Holzturm durch den quadratischen Glockenturm ersetzte.
Die Eichenkanzel und die Beichtstühle stammen wohl von 1743 und werden Ignace Fouquet aus Tournai und Alexis Leblanc aus Chièvres zugeschrieben. Eine farbig gefasste Holzfigur des heiligen Géry von etwa 1739 wird dem Bildhauer Cousin aus Tournai zugeschrieben; zwei anbetende Engel stammen aus einem alten Stadthaus, wohl 1757–1759.
Das Gebäude ist an bestimmten Tagen und Zeiten für Besucher geöffnet und wird regelmäßig für katholische Gottesdienste genutzt. Es ist sinnvoll, vorher zu überprüfen, wann die Kirche zugänglich ist, besonders wenn man während der Gebetszeiten besuchen möchte.
Die Krypta wurde erst 1960 wiederentdeckt; vom Chor führt eine einzige Treppe mit sieben Stufen hinab. Ihr sechseckiges Becken ist ein römisches Relikt, weshalb man annimmt, die Kirche stehe auf dem Grund eines vorchristlichen römischen Tempels, vielleicht einer Nymphe geweiht.
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