Скално светилище Зайчи връх, Megalithisches Heiligtum bei Kabile, Bulgarien
Das Zaychi-Vruh-Felsenheiligtum ist ein antikes megalithisches Monumentareal in der Nähe von Kabile, das zwei senkrechte Gräben in ein Felsenplateau schneidet. Diese Konstruktion erstreckt sich etwa 12 Meter in Ost-West-Richtung und 15 Meter in Nord-Süd-Richtung und stellt eine beeindruckende technische Leistung der antiken Baumeister dar.
Die Siedlung, die dem antiken Kabyle vorausging, entstand um das Heiligtum am Ende des 2. Jahrtausends v. Chr.; Keramik aus dem 10.–6. Jahrhundert v. Chr. belegt ihre Fortsetzung in der frühen Eisenzeit. Die archäoastronomische Untersuchung der eingemeißelten Gräben deutet auf die Beobachtung von Sonnenaufgängen zu den Äquinoktien zwischen 2000 und 1500 v. Chr. hin, wobei der Ort wohl bis zum 3.–1. Jahrhundert v. Chr. genutzt wurde.
Der Name Sajtschi Wrach stammt vom türkischen Tauschan Tepe, was ebenfalls „Hasenspitze“ bedeutet. Der bulgarische Archäologe Prof. Welisar Welkow hielt diesen Ort für das älteste Heiligtum, an dem ein Fels das Reliefbild der Großen Mutter der Götter, Kybele, später Artemis auf einem Löwen, trägt. Das Relief wird an der Kreuzung der beiden Gräben vermutet.
Das Heiligtum liegt im östlichen Teil des zweigipfligen Hügels Zaychi Vrah, oberhalb der Ruinen von Kabile und der Tundzha-Schleife. Zu den in den Fels gehauenen Gräben gelangt man zu Fuß über unebenen Boden; festes Schuhwerk ist hilfreich. Vom Kreuzungspunkt der Gräben liegt der ferne Horizont 4–8 km entfernt und etwa 1° über dem mathematischen Horizont.
Die Gräben folgen genauen astronomischen Ausrichtungen zu den Kardinalrichtungen, wobei spezielle Beobachtungsbereiche es ermöglichten, jahreszeitliche Sonnenbewegungen zu verfolgen. Diese Anordnung zeigt, dass die Erbauer über umfassendes Wissen über Himmelsmechanik verfügten.
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