Mythen, Gebirgskette in Schwyz, Schweiz
Die Mythen sind ein Bergmassiv der Schwyzer Alpen aus zwei grauen Kalksteinpyramiden: dem Grossen Mythen mit 1 898 m und dem Kleinen Mythen mit 1 811 m, dazu der Nebengipfel Haggenspitz mit 1 761 m. Zwischen den beiden Hauptgipfeln liegt auf 1 437 m der Sattel Zwüschetmythen. Schnee füllt Rinnen und Bänder beider Gipfel, und dichter Nadelwald bedeckt die unteren Hänge über dem Dorf und den Feldern.
Um 1790 dürfte der Grosse Mythen erstmals bestiegen worden sein. Am 26. Dezember 1863 konstituierte sich die Mythen-Gesellschaft als Aktiengesellschaft für einen bequemen Weg und ein Gasthaus; 1864 beauftragte sie den Gersauer Bauunternehmer Domenico Taddei mit dem Weg für 3500 Franken, den italienische Muratori in viereinhalb Monaten bauten und der am 17. September 1864 eröffnet wurde. Die erste Gipfelhütte von etwa 1865 brannte 1885 nach Blitzschlag nieder; die SAC-Sektion Mythen errichtete 1886 eine neue Hütte mit Übernachtungszimmer.
Der Name geht laut dem Forscher Viktor Weibel auf das lateinische meta zurück, «etwas Aufragendes». Bis um 1870 waren die Gipfel weiblich und im Singular, «die grosse Mythe», wie ein Ratsprotokoll von 1552 zeigt; in Schwyz sagt man im Dialekt oft noch «die Mythen». Goethe zeichnete die Berge am 17. Juni 1775 mit Bleistift, und Schiller stellte sie in der Eingangsszene des Wilhelm Tell unter dem Namen Haken auf.
Der markierte Weg auf den Grossen Mythen beginnt bei der Holzegg, die per Luftseilbahn von Brunni im Alptal oder zu Fuss von Rickenbach erreichbar ist. Er überwindet auf der Südflanke in 47 Kehren 500 Höhenmeter, Schwierigkeit T3, und ist von Mai bis November begehbar. Kleiner Mythen und Haggenspitz haben keinen markierten Weg und bleiben Kletterern vorbehalten.
Die Mythen sind penninische Klippen: Gestein, das in einem Teil des Ur-Mittelmeeres entstand und beim Aufbau der Alpen fast 150 km nach Norden gedrängt wurde. In der letzten Kaltzeit bedeckte der vereinte Reuss-Muota-Gletscher den Talkessel von Schwyz rund 800 Meter mächtig, sodass die beiden Gipfel als Felseninsel herausragten. An beiden Bergen sind noch Moränenreste zu sehen, die jedoch grösstenteils von nacheiszeitlichen Bergstürzen aus dem Mythengebiet zugedeckt sind.
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