Vindonissa, keltisches Oppidum / römisches Legionslager / Zivilsiedlung, Römisches Legionslager und keltisches Oppidum in Windisch, Schweiz
Vindonissa ist eine archäologische Stätte in Windisch mit den Resten eines römischen Legionslagers und eines helvetischen Oppidums auf dem Plateau zwischen Aare und Reuss. Das von der 21. Legion in Stein umgebaute Lager umfasste 21 Hektaren innerhalb eines unregelmässigen Siebenecks. Ausgrabungen legten Kasernen, Thermen, ein Valetudinarium, ein flavisches Peristylhaus und das grösste römische Amphitheater der Schweiz mit rund 10'000 Plätzen frei.
Auf der Halbinsel zwischen Aare und Reuss lag ein befestigtes Helvetierdorf, geschützt durch eine rund 350 m lange Holz-Erde-Mauer und einen bis zu 7 m tiefen Graben. Rom übernahm die Kontrolle nach 58 v. Chr. oder 15 v. Chr., um 15 n. Chr. entstand ein Legionslager. Die Legio XIII Gemina blieb bis 44/45, die XXI Rapax baute es in Stein um, die XI Claudia hielt es bis 101. Im 4. Jahrhundert folgte ein Kastell.
Der Ort war ein Zentrum des Zusammenlebens zwischen römischen Soldaten und lokaler Bevölkerung, wie die Überreste von Wohnhäusern, Handwerksstätten und Märkten zeigen. Diese gemischte Siedlung prägte das Leben in der Region für Generationen und hinterließ Spuren einer vielfältigen Gesellschaft.
Das Römermuseum in Brugg zeigt Funde aus dem Lager, darunter das Keramikensemble und die Amphoren aus dem flavischen Peristylhaus. Auf dem Gelände sind die Fundamente der West- und Nordmauer und die Reste einer römischen Therme zu sehen. Ein 2 km langer römischer unterirdischer Kanal speist noch heute den Brunnen des Klosters Königsfelden.
Das Amphitheater von Vindonissa fasste rund 10.000 Zuschauer und ist das grösste, das in der heutigen Schweiz bekannt ist. Die Fundamente seiner West- und Nordmauer sind nachgewiesen; zudem führt ein 2 km langer römischer unterirdischer Kanal noch heute Wasser zur Fontäne des Klosters Königsfelden.
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