Benediktinerinnenkloster St. Martin, Benediktinerkloster in Hermetschwil-Staffeln, Schweiz.
Das Benediktinerinnenkloster St. Martin in Hermetschwil ist ein Komplex aus mehreren Steingebäuden um einen verwinkelten Klosterhof, dessen Nordseite die 1603–1605 erbaute spätgotische Klosterkirche mit sechseckigem Dachreiter begrenzt. Das dreistöckige Konventgebäude von 1624/25 umschließt einen kreuzförmig geteilten Innenhof; der Archivturm wurde 1673 angebaut.
Das Kloster entstand 1083 als Frauenkonvent des Klosters Muri im Zuge der Hirsauer Reform. Um 1200 zogen die Nonnen nach Hermetschwil und erhielten Grundbesitz und Rechte im Reusstal; um 1300 ging die Verwaltung an die Meisterin über. Nach einem Niedergang während der Reformation 1529–1531 brachten strengere Regeln im 17. Jahrhundert eine Blütezeit mit dreistufigem Ausbau. 1841 aufgehoben und 1843 wiederhergestellt, wurde es 1876 erneut aufgehoben und 1985 als eigenständige Abtei errichtet.
Die Nonnen hier pflegen ein Leben nach strengen Regeln, mit Gebetszeiten, die den Tag strukturieren und für Besucher teilweise erlebbar sind. Die Gemeinschaft nimmt am Leben der Umgebung teil und öffnet sich zu bestimmten Zeiten für Gäste, die das klösterliche Leben kennenlernen möchten.
Das Kloster steht am Klosterhof 3 in Hermetschwil und ist mit dem Bus vom Bahnhof Bremgarten aus erreichbar. Besucher sollten sich vorher informieren, da Führungen nach Absprache angeboten werden und die Zugangszeiten begrenzt sein können.
In der Klosterbibliothek sind noch 56 Handschriften aus dem 12. bis 16. Jahrhundert erhalten, darunter das im 12. Jahrhundert geschriebene Gebetbuch von Muri. Dieser mittelalterliche Bestand zählt zu den grösseren der Schweiz. Dazu kommen 17 kleinformatige deutschsprachige Gebetbücher von 1380 bis 1520 aus dem Besitz der Nonnen.
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