Schloss Rued, Mittelalterliches Schloss in Schlossrued, Schweiz.
Schloss Rued ist ein viergeschossiger, kubischer Bau des frühen Klassizismus auf einer in das Ruedertal vorspringenden Hügelkuppe nordöstlich des Dorfzentrums von Schlossrued. Das hohe Walmdach und der talseitige turmartige Mittelrisalit erinnern an ein Berner Landhaus, doch die Wuchtigkeit des Baus weicht von diesem Typus ab. Vom Vorplatz an der Rückseite führt eine Freitreppe zum Haupteingang; zwei konzentrische Terrassen, vom Vorgängerbau übernommen, umgeben das Schloss.
1155 wurden die Herren von Ruoda erstmals erwähnt, als Ministeriale der Kyburger, ab 1264 der Habsburger; 1369 starb ihr Geschlecht aus. Ihr Stammsitz Alt-Rued lag rund 400 Meter entfernt auf der südlichen Talseite und wurde 1386 von den Eidgenossen im Sempacherkrieg zerstört. Die Herrschaft gelangte durch Erbschaft an die von Büttikon, dann an die von Rüssegg, die von Scharnachthal und die Herport, bevor Glado May sie 1520 erwarb. 1775 zerstörte ein Grossbrand die mittelalterliche Burg; Carl Ahasver von Sinner errichtete zwischen 1792 und 1796 an derselben Stelle für Carl Friedrich Rudolf May das heutige Schloss.
Der Name Rued geht auf die Herren von Ruoda zurück, 1155 als Ministeriale der Kyburger, ab 1264 der Habsburger erwähnt; 1369 starb das Geschlecht aus. Die Herrschaft ging durch Erbschaft an die Herren von Büttikon, 1429 an die von Rüssegg, um 1450 an die Scharnachthal und 1491 an die Bürgerfamilie Herport aus Willisau. 1520 erwarb Glado May, dessen Familie aus der Lombardei stammte und im Berner Patriziat aufstieg, Burg und Herrschaft.
Das Schloss steht auf einem 50 Meter hohen Felsvorsprung nördlich des Dorfes, erreichbar über die Straße von Aarau oder mit der Bahn bis Schöftland und dem Bus nach Schlossrued. Vom Vorplatz an der Rückseite führt eine Freitreppe zum Haupteingang; zwei konzentrische Terrassen, beide vom Vorgängerbau übernommen, umgeben das Gebäude. Das Innere wurde im Frühjahr 2018 nach der Sanierung wiedereröffnet; heute dient das Schloss als Hotel und Eventlokal, daher lohnt sich eine Anfrage vor dem Besuch.
Von der mittelalterlichen Burg liess Baumeister Carl Ahasver von Sinner nur die Südostseite stehen; die übrigen Hauptmauern wurden abgerissen, der Bauschutt diente zum Auffüllen des ehemaligen Burggrabens. Die beiden konzentrischen Terrassen um das Schloss wurden vom Vorgängerbau übernommen. Ab 1803 war hier während einigen Jahren das Gerichtsarchiv des Bezirks Kulm eingerichtet.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.812 Mitwirkenden weltweit.