Neues Schloss, Herrschaftshaus in Oberdiessbach, Schweiz
Das neue Schloss ist ein Landsitz in Oberdiessbach, wenige Meter südlich des Alten Schlosses errichtet. Der Mitteltrakt besitzt ein hohes Walmdach, lange Schornsteine und Loggien, mit Bogenfenstern und einem schmiedeeisernen Tor im Régence-Stil, das zu einem Barockgarten führt. Alleen mit einer Gesamtlänge von 1 km führen zur Hauptfassade.
Errichtet wurde das Schloss von 1666 bis 1668 für Albrecht von Wattenwyl, einen Oberst in französischen Diensten unter Ludwig XIV.; der Architekt war Jonas Favre aus Neuenburg. Es gilt als erster rein französisch geprägter Landsitz im Kanton Bern und als wichtigstes Werk des bernischen Profanbaus im mittleren 17. Jahrhundert. Seit 1647, als die Familie das benachbarte Alte Schloss erwarb, ist es im Besitz der von Wattenwyl.
Die Innenräume zeigen handwerkliche Details wie die kassetierte Decke im Erdgeschoss und französische Wandteppiche mit Landschaftsmotiven, die den Geschmack des 17. Jahrhunderts widerspiegeln. Diese Ausstattung gibt einen Einblick in die Lebensweise des Bernischen Adels zur Zeit ihrer Entstehung.
Gruppen können das Schloss von April bis Oktober nach Voranmeldung besichtigen. Einzelne Räume und die Gärten sind für Veranstaltungen mietbar, und jeden Juli finden im Garten im Rahmen des Castle Jazz Festival mehrere Jazzkonzerte statt. Das Schloss ist von einem 75 Hektar großen bewirtschafteten Landwirtschaftsbetrieb umgeben.
Der Garten wurde in den 1850er Jahren im englischen Stil angelegt und blieb so bis 2005, als er wieder in einen Barockgarten umgewandelt wurde. 2002 erhielt das Anwesen den Schulthess Gartenpreis des Schweizer Heimatschutzes. Der Schriftsteller Rudolf von Tavel beschrieb das Schloss in seinem berndeutschen Roman Der Frondeur.
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