Wasserturm, Wasserturm in der Altstadt, Luzern, Schweiz
Der Wasserturm ist ein 35 Meter hoher, achteckiger und leicht schiefer Steinturm, der in der Reuss in der Mitte der Kapellbrücke steht. Über seinem Schaft sitzt ein 15 Meter hohes Dachgeschoss mit einem Dachstuhl von 1339; das unterste Geschoss ist ein fensterloses Verlies mit drei Meter dicken Mauern.
Der Wasserturm wurde nach 1262, noch vor der Kapellbrücke, erbaut und 1367 erstmals erwähnt; sein Dachstuhl stammt von 1339. Bis 1759 diente er als Gefängnis und Folterkammer, von 1759 bis 1798 als Schatzkammer und von 1804 bis 1919 als Stadtarchiv.
Der Name Wasserturm täuscht: Der Turm enthielt nie Wasser, sondern diente als Wehr- und Wachtturm sowie als Eckpfeiler der Stadtbefestigung. Seit 1892 brütet im 15 Meter hohen Dachgeschoss eine Kolonie Alpensegler, die seit 1959 die Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern im Auftrag des Stadtrats betreut; es ist die grösste Kolonie der Zentralschweiz. Das Storchennest auf der Turmspitze wird seit über 100 Jahren nicht mehr benutzt.
Der Turm ist selten für die Öffentlichkeit zugänglich, in der Regel nur im Sommer, und kann für Anlässe gemietet werden; seit 1939 ist er an den Luzerner Artillerieverein vermietet. Besucher sehen ihn meist vom Ufer der Reuss oder von der Kapellbrücke aus, die den Fluss an seinem Fuss überquert.
Das unterste Geschoss ist ein fenster- und türloses Verlies mit drei Meter dicken Mauern, zugänglich nur über eine Öffnung im Boden des darüber liegenden Raums. Vermutlich diente es bis 1759 als Gefängnis und wurde dann aufgegeben. Im Raum darüber lagerten Staatsschatz und Staatsarchiv; seit 1892 brütet im 15 Meter hohen Dachgeschoss eine Alpensegler-Kolonie, die grösste der Zentralschweiz.
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