Mormont, Archäologische Stätte und Berggipfel im Kanton Waadt, Schweiz.
Mormont ist ein Berg und archäologische Stätte in der Westschweiz, die sich 605 Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Der Gipfel bildet eine natürliche Wasserscheide zwischen dem Venoge- und Orbetal und trennt damit zwei wichtige Flusstäler.
Im Januar 2006 ließ der Kantonsarchäologe Denis Weidmann den Hügel prospektieren und legte dabei eine helvetische Kultstätte frei, die zwischen 120 und 80 v. Chr. genutzt wurde. Über 250 in Moräne und Kalkstein gegrabene Gruben enthielten Keramik- und Bronzegefäße, Eisenwerkzeuge, Schmuck, Mahlsteine, Münzen sowie Tier- und Menschenreste, darunter das vollständige Skelett eines aus dem Süden importierten Pferdes. Die in Europa einmaligen Funde von solcher Größe und Reichhaltigkeit stellen Julius Cäsars Bericht über den Auszug der Helvetier 58 v. Chr. infrage.
Der Name Mormont geht auf den lateinischen Personennamen Maurus zurück und bedeutet «Berg des Maurus»; 814 als Mauromonte bezeugt, erscheint die heutige Form 1344. Zwischen 120 und 80 v. Chr. war der Hügel ein helvetisches Heiligtum; die Gruben, Schädeldepots und Tierknochen korrigierten das Bild der keltischen Religion.
Die Stätte ist über markierte Wege vom Dorf Eclépens erreichbar und bietet verschiedene Wanderrouten auf den Gipfel. Beachten Sie, dass in einigen Bereichen aktive Kalksteinabbauarbeiten stattfinden, die bestimmte Pfade beeinflussen können.
Die Entreroches-Schlucht durchquert den Hügel als Trockental, dessen höchster Punkt nur rund 10 Meter über der Orbeebene liegt. Von 1638 bis 1648 wurde durch sie der Entrerocheskanal gegraben, um die Einzugsgebiete von Rhein und Rhone zu verbinden; der Abschnitt der Venoge wurde aus Geldmangel nie ausgebaut, doch sind Kanalreste in der Schlucht noch sichtbar.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.238 Mitwirkenden weltweit.