Nussbaumersee, See und archäologische Stätte in Hüttwilen, Schweiz
Der Nussbaumersee ist ein See und archäologische Stätte in Hüttwilen, die zwischen zwei größeren Seen liegt und Reste von alten Holzbauten unter Wasser bewahrt. Die Struktur des Sees mit seichten und tieferen Bereichen hat diese prähistorischen Überreste über Jahrtausende geschützt.
Das Seebachtal wurde in der Mittelsteinzeit, 9500–5500 v. Chr., von Jägern und Sammlern aufgesucht. Um 1860 wurden beim «Inseli» erste frühzeitliche Pfähle entdeckt; 1943 wurde bei einer Absenkung etwa ein Fünftel einer Siedlungsfläche freigelegt. Die seit 1900 vermutete Fundstelle gehört seit 2011 als eine von vier Thurgauer Pfahlbausiedlungen zum UNESCO-Welterbe. Das Dorf der Spätbronzezeit (870–850 v. Chr.) umfasste rund hundert Holzhäuser von 10 bis 25 m² auf Holzbohlen und Lehmböden, mit Keramik, Schmuck und Gegenständen aus Bronze, Holz, Stein oder Glas; als der Seespiegel stieg, wurde es verlassen.
Der See trägt mehrere Namen: Nussbommersee, Werdsee, Wertsee, Uerschhauser See und unterer See. Zusammen mit dem Hasensee bildete er früher die Helfenberger oder Ittinger Seen. Um 1860 wurde der Seespiegel für die Landwirtschaft um drei Meter gesenkt, wodurch der See sich dreiteilte; seit Mitte der 1990er-Jahre renaturiert die Stiftung Seebachtal Teile wieder.
Der Zugang zum See erfolgt über Wanderwege in der Nähe von Hüttwilen, die mit der umliegenden Landschaft verbunden sind und verschiedene Punkte zur Naturbeobachtung bieten. Die beste Zeit zum Besuch ist an trockenen Tagen, wenn die Wege gut begehbar sind.
Unter dem Wasser befinden sich Reste von Häusern, die so gut erhalten sind, dass Forscher darin noch Alltagsgegenstände wie Werkzeuge und Samen entdecken konnten. Diese organischen Materialien geben Einblick in das alltägliche Leben der frühen Bewohner.
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