Reformierte Kirche Morges, Reformierte Kirche in Morges, Schweiz
Die Reformierte Kirche Morges ist ein spätbarocker Bau von 1769–1776, der vor den Mauern der Altstadt steht. Die Hauptfassade hat zwei Geschosse und drei Achsen: Die Mittelachse trägt ein reich verziertes Portal zwischen ionischen Säulen und ein Rundbogenfenster zwischen korinthischen Dreiviertelsäulen, bekrönt von einem Segmentgiebel mit dem Allsehenden Auge. Der einbezogene Turm endet in einer glockenförmigen Haube aus farbigen Ziegeln, einer Laterne und einem Turmhahn.
Der Bau begann 1769 unter dem Architekten Erasme Ritter, musste aber 1771 völlig überarbeitet werden, als sich Probleme mit der Stabilität zeigten. Der überarbeitete Entwurf von Rodolphe de Crousaz wurde dann 1776 fertiggestellt und eingeweiht.
Der Tempel zeugt von der reformierten Tradition der Region und wird von der Gemeinde bis heute als Ort für Gottesdienste genutzt. Man sieht die Spuren dieser kontinuierlichen Nutzung in den Räumen, die von Generationen von Gläubigen geprägt sind.
Die Kirche steht unmittelbar vor der Mauer der Altstadt, nahe dem ehemaligen nördlichen Stadttor und wenige Schritte von der Morgesner Altstadt entfernt. Der Zugang erfolgt über das Hauptportal der Westfassade oder über die beiden Seitenportale, die von einem Lünettenfenster und einem Oculus bekrönt werden. Im Innern führen seitliche Treppen von der Vorhalle zur hufeisenförmigen Empore.
Die ursprüngliche Turmkonstruktion musste nach nur zwei Jahren wegen Verformungen völlig neugebaut werden, was zu einem seltenen Fall von Teilerabriss und Neudesign führte. Dies zeigt, wie die Baumeister der Zeit mit unerwarteten statischen Problemen umgehen mussten und ist heute noch an Details der Struktur erkennbar.
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