Katholische Kirche St. Martin auf Kirchbühl mit Beinhaus, Romanische katholische Kirche in Kirchbühl, Schweiz.
St. Martin auf Kirchbühl ist eine romanisch-gotische Kirche auf einer Anhöhe über dem Sempachersee im Weiler Kirchbühl. Auffälligster Teil ist der «Käsibissenturm»: bis zur Höhe des Schiffs aus Sandstein, darüber aus Bruchstein. Die Wände des Langhauses sind mit Fresken von um 1300 ausgemalt; in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts kam ein spätgotischer Chor mit Masswerkfenstern hinzu.
St. Martin ist erstmals 1234 urkundlich bezeugt, der Bau ist jedoch älter. 1275 wird sie als reichste Kirche des Dekanats genannt; 1288 gehörte sie dem Kloster Murbach, das sie 1420 dem Kloster St. Leodegar in Luzern abtrat. Vom 13. Jahrhundert bis 1832 war sie Pfarrkirche von Sempach, bis der Friedhof in die Stadt verlegt und die Kirche aufgegeben wurde.
Die Kirche bewahrt Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert, die Christus, Maria und Heilige in lebendigen Farben zeigen und den gesamten Innenraum schmücken. Diese Fresken erzählen Geschichten aus der Bibel und geben einen Eindruck davon, wie die Gläubigen damals die Heiligen Schriften verstanden haben.
Die Kirche liegt am Südhang des Eichbergs über dem Sempachersee, rund 30 Minuten Anstieg vom Zentrum Sempachs entfernt und ausserhalb der Stadtmauern. 1832 wurde der Friedhof in die Stadt verlegt und die Kirche aufgegeben; 1964 wurden die schmiedeeisernen Grabkreuze auf dem verwahrlosten Friedhof restauriert und auf den alten Gräbern wieder aufgestellt. Das Beinhaus am Eingang des Kirchhofs, ein quadratischer spätgotischer Bau, 1575 geweiht, steht am Weg.
Die schmiedeeisernen Grabkreuze des Friedhofs wurden 1964 vom Sempacher Kunstschlosser Ineichen restauriert und auf den alten Gräbern wieder aufgestellt, nachdem der Friedhof verwahrlost war. Die Kirche selbst wurde 1832 aufgegeben, als der Friedhof in die Stadt Sempach verlegt wurde.
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