Schloss Utzigen, Schloss aus dem 17. Jahrhundert in Vechigen, Schweiz.
Utzigen ist ein von 1664 bis 1670 auf einem Kellersockel erbautes Schloss, zweistöckig mit drei auf sieben Fensterachsen. Die Hauptfassade ist zum Park an der südlichen Talseite ausgerichtet, und eine doppelläufige Freitreppe führt vom Parterre durch ein Barockportal zum Wohngeschoss. Das steile Vollwalmdach hat südseitig zwei gemauerte Lukarnen aus der Bauzeit, und ein quadratischer Treppenturm an der höher terrassierten Hofseite erschliesst die drei oberen Stockwerke.
Samuel Jenner kaufte die Herrschaft Utzigen 1664 und liess 1664 bis 1670 anstelle der alten Burg ein neues Schloss auf deren Kellersockel bauen. 1682 tauschte er die Herrschaft mit Niklaus Dachselhofer gegen das Thalgut in Ittigen; die Familie Dachselhofer behielt sie bis 1875, als Franz Carl Niklaus Friedrich von Dachselhofer das Schlossgut für 240'000 Franken an die Oberländische Armenverpflegungsanstalt verkaufte. Die Twingherrschaft endete mit der Revolution von 1798.
Das Schloss bewahrt die Erinnerung an Adelskultur in der Region Bern, und Besucher können heute noch die raffinierte Wohnarchitektur aus seiner Zeit erkennen. Die Struktur zeigt, wie wohlhabende Familien damals lebten und ihre Häuser gestalteten.
Das Gebäude liegt in der Gemeinde Vechigen im Kanton Bern und ist über gekennzeichnete Wege leicht erreichbar. Besucher sollten festes Schuhwerk tragen, da das Gelände hügelig ist und der Zugang über freie Felder führt.
Zwei Tulpenbäume beschatten das Broderieparterre nach französischem Vorbild; einer davon ist rund 220 Jahre alt. Zwei allegorische Sandsteinstatuen und ein zentraler Springbrunnen mit Rosenrabatten vervollständigen die von hohen Mauern gefasste Terrasse.
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