Hotelkomplex Giessbach, Historischer Hotelkomplex in Brienz, Schweiz
Der Hotelkomplex Giessbach ist ein von Horace Edouard Davinet erbautes fünfstöckiges Palasthotel, das rund 100 Meter über dem Brienzersee an einem bewaldeten Hang steht. Die helle Fassade hat Reihen rot gerahmter Fenster und rote Bänder zwischen den Stockwerken; ein höherer Mittelteil erhebt sich in ein steiles dunkles Dach mit schlanker Spitze, flankiert von gleichen Spitzen an den Ecken. Niedrigere Flügel mit roten Dächern erstrecken sich nach rechts, und eine lange offene Terrasse verläuft entlang der Vorderseite.
1870 ging die Giessbachdomäne für 900'000 Franken an die französische Hotelierfamilie Hauser. Karl Hauser beauftragte Horace Edouard Davinet mit der Planung eines fünfstöckigen Palasthotels, das 1875 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet wurde. 1883 zerstörte ein Grossfeuer die oberen Stockwerke, die umgehend wieder erstellt wurden. 1947 erwarb Fritz Frey-Fürst die Liegenschaft für 190'000 Franken und eröffnete das Hotel 1949 nach einer Totalrenovation wieder.
Der Name des Hotels stammt vom Giessbach und seinen Fällen, die Pfarrer Daniel Wyss und Schulleiter Johannes Kehrli 1822 mit einem Weg zum See und einer Sitzbank zugänglich machten. Die 63-stufige Steintreppe und die Trockenmauern von Eduard Schmidlin aus den Jahren 1856 bis 1870 sind heute noch begehbar.
Das Hotel liegt rund 100 Meter über dem Brienzersee. Erreichbar ist es über die Strasse von Brienz zur Axalp oder mit der 1879 eröffneten Giessbachbahn, die die BLS-Schiffsstation «Giessbach See» mit dem Hotel verbindet. Die Bahn ist der kürzeste Zustieg; Autofahrer nehmen die Axalpstrasse. Zur Anlage gehören Spazierwege und eine 63-stufige Steintreppe.
Das Hotel verfügt über einen natürlichen Badeteich, der durch Kiesfilteranlagen gereinigt wird und im Frühling Hunderte von Molchen beherbergt. Diese Tiere sind ein faszinierendes Zeichen für die Reinheit und das ökologische Gleichgewicht des Wassers.
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