Reichenau, UNESCO-Erbe am Bodensee, Deutschland
Reichenau ist eine Insel im Bodensee im Süden Deutschlands, die für ihre mittelalterlichen Kirchen und Klosteranlagen bekannt ist und heute etwa 5000 Einwohner zählt. Ein schmaler Damm verbindet sie mit dem Festland, während sich im Inselinneren neben den Kirchenbauten landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Gemüsefeldern ausbreiten.
Im Jahr 724 gründeten Benediktinermönche hier ein Kloster, das sich bald zu einem Zentrum religiöser Gelehrsamkeit und Buchproduktion entwickelte. Die drei romanischen Kirchen entstanden zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert und zeugen von der Bedeutung der Abtei während des Frühmittelalters.
Die drei mittelalterlichen Kirchen – St. Georg, St. Peter und Paul sowie das Münster St. Maria und Markus – bewahren bedeutende Wandmalereien, die den Wandel christlicher Bildsprache vom Frühmittelalter bis zur Romanik zeigen. Diese Fresken ziehen kunsthistorisch interessierte Besucher an, die in den stillen Kirchenräumen die Entwicklung sakraler Malkunst nachvollziehen können.
Der Damm ist für Autos, Busse und Radfahrer frei befahrbar, sodass man die Insel bequem mit dem Fahrrad erkunden kann. Die Kirchen sind meist tagsüber geöffnet, während man die Gemüsefelder jederzeit vom öffentlichen Wegenetz aus sehen kann.
Die Klostergärten werden seit über tausend Jahren ununterbrochen bewirtschaftet, wobei viele Familien ihre Anbaumethoden von Generation zu Generation weitergeben. Einige Bauern schaffen es, dreimal im Jahr zu ernten, was für diese Breitenlage außergewöhnlich ist.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.