Zwölf-Apostel-Kirche, Neuromanische Kirche in Schöneberg, Deutschland.
Die Zwölf-Apostel-Kirche ist eine Backstein-Hallenkirche mit einem 57 Meter hohen Turm, der von einem oktogonalen Helm abgeschlossen wird. Die Fassade aus blassrosa Klinkern hat rundbogige Fenster und einen gerundeten Vorbau unten links. Im Inneren überspannt ein hellgrünes Gewölbe mit weißen Rippen ein Schiff mit dunklen Holzbänken und einer Empore auf schlanken Säulen mit vergoldeten Kapitellen.
Die Gemeinde wurde 1863 gegründet und erhielt am 6. April 1864 durch Ordre Wilhelms I. den Namen nach den zwölf Aposteln. Der Grundstein der heutigen Kirche wurde am 23. Oktober 1871 in Anwesenheit des Kaisers nach Plänen des 1865 verstorbenen Friedrich August Stüler gelegt; Hermann Blankenstein und Julius Emmerich führten den Bau aus, der 1874 vollendet war. 1943 beschädigten Bomben Dach und Fenster, nach dem Krieg ersetzte die Gemeinde einige Fenster durch rund 5000 leere Gin-Flaschen der nahen Spirituosenfabrik Gilka.
Die Kirche trägt den Spitznamen „Gin-Kirche“, weil die Fenster der Seitenemporen nach den Kriegsschäden mit rund 5000 leeren Gin-Flaschen der nahen Spirituosenfabrik Gilka gefüllt wurden; die Flaschen stehen seit den 1990er Jahren unter Denkmalschutz. Seit 2008 hält die ökumenische Rogate-Initiative werktags Andachten und Gottesdienste ab, und ihr Rogate-Kloster Sankt Michael wurde am 29. September 2010 in der Kirche gegründet.
Die Kirche steht ganz im Norden Schönebergs, fast direkt an der Kurfürstenstraße nahe dem Nollendorfplatz, und ist nach Süden statt nach Osten ausgerichtet. Der 57 Meter hohe Turm mit gemauertem Oktogonalhelm ist von der Straße aus gut zu erkennen. Die ökumenische Rogate-Initiative hält hier seit 2008 als Gastgemeinde werktags Andachten und Gottesdienste ab, die Zeiten wechseln daher.
Die Gemeinde besitzt zwei kulturhistorisch bedeutsame Berliner Friedhöfe, den Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof und den Alten St.-Matthäus-Kirchhof, und gründete 1883 den Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof. Keiner liegt auf dem Kirchengelände an der Kurfürstenstraße; der St.-Matthäus-Kirchhof ging 2000 an die Kulturstiftung St. Matthäus über.
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