Zum Riesen, Renaissance-Hotel in Miltenberg, Deutschland.
Zum Riesen ist ein hohes Eckgasthaus in Miltenbergs Altstadt, dessen steiles dunkles Ziegeldach zu einem spitzen Giebel aufsteigt. Die graugrünen Fachwerkobergeschosse mit weißen, mit gemalten Rauten versehenen Gefachen kragen über ein nacktes Erdgeschoss aus orange-rotem Stein mit rundbogiger Öffnung vor. Ein vorspringender Eckerker trägt zwei Reihen rotbraun gerahmter Fenster, unten sechs und oben vier; an einem Winkelarm steht das Schild „Zum Riesen“.
Eine Urkunde von 1158 nennt den Ort erstmals, doch die älteste erhaltene Aufzeichnung ist ein Gerichtsbuch von 1411, das Conrad Trestram als Wirt nennt; er errichtete wohl den gotischen Vorgängerbau, dessen Reste im Haus erhalten sind. 1589 bewilligte der Stadtrat dem Besitzer Jost Virnhaber 100 Eichenstämme, und Zimmermann Jakob Stoer errichtete 1590 den Fachwerkaufbau. Das Gebäude steht seit dem 20. Jahrhundert unter Denkmalschutz.
Das Wirtshausschild trägt einen Brauerstern, der an das Braurecht erinnert, das der „Riese“ seit dem 19. Jahrhundert besaß. Der Name geht auf den 1411 genannten Wirt Trestam zum Riesen zurück. Heute ist das örtliche Brauhaus Faust Pächter der Gaststätte und schenkt dort seine Biere aus; das angegliederte Hotel führt Monica Almeida Jöst.
Das Gebäude befindet sich in der Hauptstraße im Zentrum von Miltenberg und ist leicht zu Fuß erreichbar. Besucher sollten wissen, dass der Ort aktiv als Hotel und Restaurant genutzt wird und sowohl Übernachtungsgäste als auch Restaurantbesucher willkommen sind.
Das Wirtshausschild trägt einen Brauerstern, der auf ein seit dem 19. Jahrhundert bestehendes Braurecht verweist. 1627 wurde der Gastwirt Lorenz Beck der Hexerei bezichtigt und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt; 1629 ereilte dasselbe Schicksal seinen Vorgänger Benedikt Stumpf und dessen Frau, vermutlich aus Neid über den wirtschaftlichen Erfolg des Gasthofs.
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