Novaesium, Römisches Militärfort in Neuss, Deutschland.
Castra Novaesium ist die archäologische Stätte eines römischen Legionslagers im Neusser Stadtteil Gnadental, das seit 2021 zum UNESCO-Welterbe des Niedergermanischen Limes gehört. Oberirdisch ist vom Lager nichts mehr zu sehen; ein Hinweisschild markiert das Areal, und ein Schutzbau bewahrt eine römische Kultstätte, die fossa sanguinis. Ein historischer Rundgang mit Informationstafeln und Kopien römischer Großartefakte führt entlang des einstigen Lagerareals.
Ein erstes halbpermanentes Legionslager könnte kurz nach 20 v. Chr. entstanden sein; Drusus nutzte Novaesium 11 v. Chr. als Basis. Um 30/35 n. Chr. wurde die Legio XX Valeria Victrix hierher verlegt, ihr folgte bis 70 die Legio XVI Gallica. Nach dem Bataveraufstand ließ Vespasian für die Legio VI Victrix ein neues Lager errichten, das um 100/104 aufgegeben wurde; danach bestand ein Auxiliarkastell, bis Franken es um 275 zerstörten.
Der Name Novaesium erscheint in den Historien des Tacitus und auf der Tabula Peutingeriana als Novesio, zwischen Asciburgium und Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Heute steht am Rand des Geländes ein Schild mit der Aufschrift „betreten das Gelände“ über „Römischen Lagers Novaesium“, und ein Historischer Rundgang mit Kopien römischer Großartefakte und Hinweistafeln verweist auf das einstige Lager.
Das Gelände ist größtenteils zu Fuß zugänglich, wobei Infotafeln vor Ort bei der Orientierung helfen. Eine Führung erleichtert das Verständnis der verschiedenen Bereiche des ehemaligen Lagers erheblich.
Teile des heutigen Straßennetzes von Neuss folgen noch immer dem Raster der römischen Lagerstraßen. Dieses unsichtbare Erbe des antiken Militärstützpunkts hat das Stadtbild über Jahrtausende hinweg mitgeprägt.
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