Zwergengalerie Schloss Weikersheim, Skulpturensammlung in den Gärten von Schloss Weikersheim, Deutschland.
Die Zwergengalerie Schloss Weikersheim ist eine Reihe von sechzehn karikaturistisch in Stein gehauenen Figuren im Park von Schloss Weikersheim, die den Hofstaat einer barocken Duodez-Residenz darstellen. Aus gelblich-grünem Sandstein gehauen, stehen sie vom Gewehrhaus bis zum Gärtnerhaus und zeigen unter anderem den Hofjägermeister, den Hofnarren, den Kellermeister mit Schinken und die Hofköchin. Sie gelten als das einzige vollständig erhaltene Ensemble eines barocken Zwergengartens.
Johann Jacob Sommer aus Künzelsau schuf 1711 und 1712 vierzehn der sechzehn Figuren, die mit je 8 Rheinischen Gulden vergütet wurden; die übrigen zwei lieferten seine Söhne zu unbekanntem Zeitpunkt. Die Cammer-Cassa-Rechnungen verzeichnen den Auftrag; gehauen sind die Figuren aus gelblich-grünem Keupersandstein der Brüche bei Freudenbach und Mangoldsall. Die Namen, etwa der des Hofjuden Lämle Seeligmann, stammen vermutlich aus dem 19. Jahrhundert.
Die sechzehn Figuren stellen den Hofstaat einer kleinen barocken Residenz dar: den Hofjägermeister, den Hofnarren, den Kellermeister mit Becher und Schinken, die verliebte Hofgärtnerin mit Rosenstrauß, die mopsgeplagte Kammerzofe und den bärtigen Hofjuden und Bankier Lämle Seeligmann. Ihre Namen stammen vermutlich aus dem 19. Jahrhundert. Der in Weikersheim geborene Mundartdichter Heinz Sausele widmete dem Ensemble einen Gedichtzyklus.
Die Figuren befinden sich entlang von Wegen, die durch den Garten führen, sodass Besucher jede Figur beim Spaziergang betrachten können. Das Gehen durch die Anlage erfordert nur normale körperliche Fitness, da die Wege leicht zu folgen sind.
Viele der Steinfiguren stammen noch aus der Barockzeit und stehen an ihren ursprünglichen Positionen im Garten. Dies macht die Sammlung zu einem authentischen Beispiel dafür, wie solche Gärten ursprünglich gestaltet waren.
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