Burg Wittelsbach, Mittelalterliche Burgruine in Oberwittelsbach, Deutschland
Burg Wittelsbach ist eine Burgruine auf einem Hügel in Oberwittelsbach, einem Stadtteil von Aichach. Freigelegte und teils ergänzte Fundamentmauern zeichnen eine langgestreckte Kernburg und zwei Vorburgen auf einem etwa 200 Meter langen und bis zu 50 Meter breiten Rücken nach. Auf dem verfüllten Halsgraben steht die spätgotische Kapelle Maria vom Siege, daneben das neugotische Wittelsbacher-Nationaldenkmal.
Die Burg ist um das Jahr 1000 urkundlich belegt; 1119 verlegte Graf Otto V. von Scheyern seinen Sitz von Burg Scheyern hierher, und ab 1120 nannten sich die Grafen Pfalzgrafen von Wittelsbach, weshalb der Ort als Stammsitz des Hauses gilt. 1209 wurde die Burg als Reaktion auf die Ermordung König Philipps von Schwaben durch Otto VIII. von Wittelsbach geschleift; die Grabungen 1978–1980 fanden jedoch keine Brandreste, die Ruinen wurden wohl eher nach und nach als Steinbruch abgetragen.
Die spätgotische Kirche Maria vom Siege steht auf dem früheren Burghügel; der Überlieferung nach eine „Sühnekirche“ der Wittelsbacher für die Ermordung König Philipps von Schwaben 1208 in Bamberg, wofür die Quellen jedoch keinen Beleg bieten. Der Burgname leitet sich wohl vom lateinischen vitellus („Kälberbach“) ab, wie beim nahen Kühbach, nicht von einem Ministerialen Vitilo.
Der Ort ist mit Infotafeln gekennzeichnet, die den Aufbau der Anlage und verschiedene Bauphasen erklären und helfen, die Überreste richtig einzuordnen. Die Wege zwischen den Mauerresten sind begehbar, erfordern aber Aufmerksamkeit für unebene Flächen und freigelegte Strukturen.
Die Grabungen von 1978 bis 1980 fanden keinen Brandschutt: Die Burg wurde 1209 wohl eher geräumt und verlassen als erstürmt. Ihre Sandsteinblöcke wurden später nach und nach abgetragen, teils für den Kirchenbau. Die heute sichtbaren Mauerzüge wurden nach den Grabungen über den freigelegten Fundamenten aufgemauert.
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