Kohnstein, Berggipfel in Nordhausen, Deutschland.
Der Kohnstein ist ein Berg bei Nordhausen, der hauptsächlich aus Gipsgestein besteht und dessen Gipfel auf etwa 335 Meter Höhe liegt. Im Inneren des Berges befindet sich ein ausgedehntes Tunnelsystem, das über Jahrzehnte durch den Abbau von Gips entstanden ist.
Seit dem Mittelalter wurde am Kohnstein Gips abgebaut, was der Region über Jahrhunderte wirtschaftliche Bedeutung verschaffte. Im Zweiten Weltkrieg nutzte das NS-Regime das bestehende Tunnelsystem für die geheime Produktion von Raketen unter Einsatz von Zwangsarbeitern.
Der Name Kohnstein erscheint im 14. Jahrhundert als „Kansteyn“. Die Hohnsteiner Grafen ließen 1366 die Schnabelsburg errichten, die später Ausflugsrestaurant wurde. Rund 550 Meter östlich des Gipfels liegt der Komödienplatz, wo das 1835 gegründete Nordhäuser Gymnasium seine Maifeste mit lateinischen Komödien der Schüler feiert.
Mehrere Wanderwege führen auf den Kohnstein, wobei festes Schuhwerk empfohlen wird. Der Zugang zum Tunnelsystem ist nur im Rahmen einer Führung möglich und sollte im Voraus geplant werden.
Die Tunnels des Kohnsteins wurden nicht für militärische Zwecke gebaut, sondern entstanden ausschließlich durch den Gipsabbau über viele Generationen. Damit ist der Berg eines der wenigen Beispiele weltweit, bei dem zivile Bergbauinfrastruktur so direkt in eine Kriegsproduktionsstätte umgewandelt wurde.
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