Altes Schloss, Mittelalterliche Burg in Giessen, Deutschland.
Das Alte Schloss Gießen, auch Landgräfliche Burg genannt, liegt im Zentrum von Gießen zwischen Botanischem Garten, Kanzleiberg und Brandplatz. Um 1350 als zweite Wasserburg und Erweiterung der Stadtbefestigung errichtet, war es um einen engen Burghof mit Palas, Wohn- und Stallgebäude, Verbindungsbau und einem Turm mit Wehrmauer und Wassergraben angeordnet. Erhalten blieben der Heidenturm mit seiner Welschen Haube und das Haupttor im Südosten.
Die Burg wurde um 1350 als Erweiterung der Stadtbefestigung und als zweite Wasserburg Gießens gebaut. Erstmals urkundlich erwähnt wird sie 1364 als Zweitsitz des Landgrafen Heinrich II. von Hessen. Bis ins 19. Jahrhundert diente sie als Witwensitz, Wohnung, landgräfliche Nebenresidenz und Hofgericht; ab 1604 beherbergte sie eine Fürstliche Kanzlei, die dem angrenzenden Kanzleiberg seinen Namen gab.
Der Straßenname Kanzleiberg erinnert an die Fürstliche Kanzlei, die ab 1604 im Schloss untergebracht war. Der im Erdgeschoss gelegene Netanyasaal ist nach der israelischen Partnerstadt Gießens benannt und kann für Veranstaltungen gemietet werden. Im Schloss befinden sich zudem eine Gaststätte und die Gail'schen Sammlungen des Oberhessischen Museums.
Das Gelände liegt im Stadtzentrum und lässt sich zu Fuß problemlos erreichen und erkunden. Eine Informationstafel vor Ort hilft dabei, den mittelalterlichen Grundriss zu verstehen, was besonders nützlich ist, bevor man beginnt, sich umzuschauen.
Der Heidenturm und das Haupttor im Südosten blieben beim Umbau von 1903 im Stil der Neorenaissance unverändert, und der Turm trägt noch seine Welsche Haube. Bei den Luftangriffen von 1944 auf Gießen brannte das Schloss vollständig aus; Abrisspläne wurden verhindert, in den späten 1970er Jahren erfolgte der Wiederaufbau. Der Netanyasaal im Erdgeschoss ist nach der israelischen Partnerstadt Gießens benannt und für Veranstaltungen mietbar.
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