St. Johannes der Täufer, Romanische Kirche in Billerbeck, Deutschland
St. Johannes der Täufer ist eine um 1234 errichtete spätromanische Hallenkirche: dreischiffig, mit einem kaum höheren Mittelschiff von drei Jochen, gerade geschlossenem Chor und je einer Apsis am Ende der Seitenschiffe. Der 78 Meter hohe Turm stammt aus dem 12. Jahrhundert, seinen gotisierenden Spitzhelm erhielt er um 1650 unter Bischof Bernhard von Galen. Aus der gotischen Umgestaltung von 1425 stammen das große Chorfenster im Osten und die Sakristei.
Grabungen 1983–1985 wiesen eine erste einschiffige Kirche des 8. Jahrhunderts nach, errichtet unter Abt Bernrad; der heilige Liudger hielt hier am 26. März 809 seine letzte Messe. Ein zweiter Bau mit Weiheinschrift von 1074 wurde durch die heutige spätromanische Hallenkirche ersetzt, die eine Chorinschrift auf 1234 datiert. 1425 wurden die Sakristei angebaut und die Fassaden, besonders die Fenster, im gotischen Stil umgestaltet.
Die Kirche besitzt drei Glocken, zwei davon von 1522; sie werden nicht geläutet, sondern gebeiert, wobei der Klöppel von Hand bewegt wird, was hier noch immer manuell geschieht. Die Renaissance-Kanzel von 1581 trägt eine niederdeutsche Inschrift, die Johan tho Boickholte, Schulte tho Broecke, als Stifter nennt. Das achteckige Taufbecken von 1497 zeigt acht Reliefs mit Szenen aus Altem und Neuem Testament im Wechsel.
Die Kirche ist für Besucher an den meisten Tagen zugänglich, besonders während der Gottesdienstzeiten am Wochenende. Es ist ratsam, vor einem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten zu prüfen, da Feiertage und spezielle Veranstaltungen Änderungen mit sich bringen können.
Die Turmuhr von 1876 stammt von der Recklinghäuser Firma Vortmann und muss täglich von Hand aufgezogen werden; über ihrem 1982 restaurierten Zifferblatt hält ein Sensenmann eine Sanduhr. Die drei Glocken werden nicht geschwungen, sondern durch Bewegen des Klöppels gebeiert, bis heute von Hand, und zwei von ihnen stammen aus dem Jahr 1522.
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