Namen-Jesu-Kirche, Jesuitenkirche in Bonn-Zentrum, Deutschland.
Die Namen-Jesu-Kirche ist eine nachgotische Jesuitenkirche in der Bonngasse, erbaut 1686 bis 1717 nach Plänen von Giacomo de Candrea. Die beiden rund 53 Meter hohen Türme tragen romanische Doppelfenster, gotische Spitzbogenfenster und barocke Säulen, bekrönt von welschen Hauben. Der Innenraum, 33,5 Meter lang bei 16 Metern Mittelschiffhöhe, wirkt wie eine Hallenkirche; der Hochaltar von Bartholomäus Dierix stammt von um 1755.
Der Grundstein wurde am 14. September 1686 unter Erzbischof Maximilian Heinrich von Bayern gelegt, nachdem ein Buchenholzstück mit dem Namen Jesu (IHS) gefunden worden war. Beim Mörser-Angriff von 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Kirche schwer beschädigt, und die Jesuiten wurden in jenem Jahr vertrieben. Um 1692 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen; am 3. Dezember 1694 zog man in die Kirche ein, 1698 war der Bau fertig. 1717 weihte Kurfürst Joseph Clemens sie.
Der Name verweist auf das Fest des allerheiligsten Namens Jesu, das Papst Innozenz XIII. 1721 auf Bitte Kaiser Karls VI. in den lateinischen liturgischen Kalender aufnahm. Seit 2012 dient die Kirche der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland als Bistums- und Kathedralkirche; die Stiftung Namen-Jesu-Kirche veranstaltet neben der Liturgie auch Konzerte und Ausstellungen.
Die Kirche liegt im Zentrum von Bonn und ist leicht zu Fuß erreichbar. Besucher sollten beachten, dass religiöse Dienste zu bestimmten Zeiten stattfinden und der Zutritt möglicherweise begrenzt ist.
Unter dem Altarraum bewahrt ein Tonnengewölbe die Grabstätten von 66 Jesuiten-Patres aus der Klosterzeit bis 1774. Die alt-katholische Kirche hat diese Gruft als Kolumbarium eingerichtet, das allen der Kirche Verbundenen offensteht; hier liegt etwa Ulrich Heifer (1930–2018).
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