Alter Zoll, Bastion am Rheinufer in Bonn, Deutschland
Alter Zoll ist ein historisches Bollwerk aus massivem Steinmauerwerk am Ufer des Rheins in Bonn. Auf dem Gelände stehen alte Kanonen, und es gibt Bänke sowie Rasenflächen mit freiem Blick auf den Fluss.
Die Bonner Stadtmauer stammt von 1244; 1642 wurde sie verstärkt und am Zoll entstand eine Bastion, der heutige Alte Zoll. Der Durchgang des Leinpfads blieb als etwa 40 m lange, 4 m breite und 4 m hohe Kasematte erhalten, die von 1701 bis 1703 als Pulvermagazin mit 150.000 Pfund Fassungsvermögen diente. Das 1650 aus Sandstein erbaute Kasemattentor ist an der Südseite erhalten.
Der Name Alte Zoll verweist auf die frühere Zollfunktion des Ortes, doch die Anlage ist eine auch Dreikönigen genannte Bastion. Seit dem 19. Jahrhundert ist sie ein in der Reiseliteratur gerühmter Aussichtspunkt; Goethe bemerkte am 27. Juli 1815, man könne sich eines Versuchs, die Rheinansicht mit Worten zu beschreiben, kaum enthalten. Heute treffen sich südlich Boule-Spieler, und im Sommer finden auf dem angrenzenden Platz Stadtgartenkonzerte statt.
Der Ort ist zu Fuß leicht erreichbar und verfügt über Bänke sowie Grünflächen im Freien, die den ganzen Tag über zugänglich sind. Das späte Nachmittags- und Abendlicht eignet sich besonders gut für einen Besuch, da der Blick auf den Rhein dann am deutlichsten ist.
Die beiden französischen Salutkanonen auf der Bastion wurden 1803 und 1841 gegossen und Kaiser Wilhelm I. schenkte sie nach dem Sieg von 1871 der Universität Bonn; sie wurden hier aufgestellt und haben nie einen scharfen Schuss abgegeben. Der kleine vorspringende Steinvorsatz mit zwei Konsolen nahe der Ecke gehört zur verwitterten Bastionsmauer.
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