Prämonstratenserabtei St. Maria und Peter, Weißenau, Ehemalige Prämonstratenserabtei in Ravensburg, Deutschland
Das Kloster Weißenau ist ein ehemaliges Prämonstratenserstift in Ravensburg, das zwischen 1708 und 1724 im Barockstil neu errichtet wurde. Die lange, hellgelbe Fassade mit Reihen rechteckiger Fenster und rotem Ziegeldach wird von zwei Türmen mit graugrünen Kuppeln flankiert. Ein breiter Bogeneingang liegt in der Mitte des Erdgeschosses, Gurtgesimse trennen die Stockwerke.
Das Kloster wurde 1145 gegründet und erlangte rasch kaiserliche Anerkennung, die seine Stellung in der Region festigte. Nach der Säkularisierung im frühen 19. Jahrhundert wurden die Gebäude anderen Zwecken zugeführt, wobei die Kirche und ein Großteil der barocken Bausubstanz erhalten blieben.
Die Abtei war jahrhundertelang ein Wallfahrtsort, denn Kaiser Rudolf I. schenkte ihr eine als heilig geltende Reliquie, die Gläubige aus der ganzen Region anzog. Noch heute finden in der Kirche regelmäßig Gottesdienste statt, die das religiöse Leben des Ortes lebendig halten.
Das Gelände wird heute als psychiatrisches Krankenhaus genutzt, weshalb der Zugang zu den meisten Gebäuden eingeschränkt ist. Die Kirche ist für Gottesdienste und Veranstaltungen geöffnet, daher empfiehlt es sich, vorab zu prüfen, was öffentlich zugänglich ist.
Der noch für Konzerte genutzte Festsaal verdankt seine Stuckarbeiten Anton Unold, der die Klostergebäude zwischen 1724 und 1765 vollendete; Franz Beer hatte ab 1708 den barocken Neubau der Anlage und ab 1717 den der Kirche begonnen. Dieses Detail übersehen Besucher oft.
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