Schwebefähre Osten–Hemmoor, Schwebefähre in Cuxhaven, Deutschland.
Die Schwebefähre Osten–Hemmoor ist eine grün gestrichene Stahlfachwerkkonstruktion über die Oste, deren zwei Gittertürme durch einen Obergurt verbunden sind, an dem eine rechteckige Gondel an Seilen hängt. Die Anlage ist 90 m lang und insgesamt 38 m hoch, die Gondel misst 16 m × 4,30 m. Sie befördert den Straßenverkehr, ohne dass ein Pfeiler im Wasser steht.
1899 beschloss der Gemeinderat von Osten eine Schwebefähre statt einer teuren Drehbrücke. Ab 1903 planten das MAN-Werk Gustavsburg und die AEG die Anlage; Ende 1908 begann der Bau unter dem Berliner Ingenieur Max Pinette. Am 1. Oktober 1909 wurde die Fähre für 180.000 Mark eingeweiht. Sie verkehrte bis 1974 und wurde am Tag nach der Freigabe der neuen B495-Brücke stillgelegt.
Die Fähre liegt an der Deutschen Fährstraße, einer Touristikroute, die Fähren und Übergänge zwischen Kiel und Bremervörde verbindet. Seit 1975 betreibt die in jenem Jahr gegründete Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten die Gondel für Besucher. In Hemmoor erklären Schautafeln der Info-Meile der Welt-Schwebefähren diese Anlage und weitere Transporterbrücken.
Die Gondel bot Platz für zwei gekoppelte Fuhrwerke und 25 Personen, im touristischen Betrieb für sechs Autos und etwa 100 Personen. Sie läuft auf einer Spurweite von 9,20 m, angetrieben von einem 13-kW-Elektromotor, bei 18 t Traglast. Die Überfahrt ist kurz; die Gondel hängt 21 m über dem höchsten Wasserstand, sodass Schiffe darunter durchfahren.
Weltweit existieren nur etwa 8 solcher Transporter-Brücken noch, was diese Konstruktion zu einem seltenen Beispiel früher Ingenieurskunst macht. 2009 erhielt sie das Siegel eines Historischen Wahrzeichen der Baukunst und wird seitdem zusätzlich als Denkmal bewahrt.
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