Kleinaspergle, keltischer Grabhügel in Asperg, Baden-Württemberg, Deutschland
Das Kleinaspergle ist ein Grabhügel rund 1000 Meter südlich des keltischen Fürstensitzes Hohenasperg zwischen Asperg und Möglingen. Der Hügel misst 60 Meter im Durchmesser und 7,60 Meter in der Höhe und ist von einem 1,20 Meter tiefen und 2,50 Meter breiten Kreisgraben umgeben. In ihm liegen zwei holzverschalte Grabkammern: eine zentrale Hauptkammer von 3 auf 4 Metern, 2,80 Meter tief in den gewachsenen Boden eingelassen und in der Antike beraubt, sowie eine ungestörte Nebengrabkammer von 2 auf 3 Metern im Westabschnitt, die ebenerdig liegt. Eine sonst übliche Steinsetzung fehlt vollständig.
Das Grabmal stammt aus dem späten 5. Jahrhundert vor Christus und wurde erstmals im Jahr 1879 durch systematische Ausgrabungen untersucht. Die Untersuchungen zeigten, dass eine Kammer bereits in mittelalterlicher Zeit geplündert worden war, während die zweite Kammer intakt blieb.
Die Beigaben zeigen ein Trinkservice für zwei Personen: eine rotfigurige griechische Schale des Amphitrite-Malers, ein bei Vulci gefertigter Stamnos und eine keltische Schnabelkanne, deren Henkelsatyre das importierte Vorbild im eigenen Stil abwandeln. Dazu kamen ein Bronzeeimer aus dem Tessin (um 430 v. Chr.) und Trinkhörner mit goldenen Beschlägen in Form von Widderköpfen.
Der Hügel liegt in der Nähe von Asperg und erfordert beim Besuch Aufmerksamkeit auf unebenes Gelände und begrenzte Zugänglichkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Am besten erkundet man die Stätte zu Fuß von den Parkplätzen in der Nähe von Hohenasperg aus.
Die zweite Grabkammer war deutlich kleiner und enthielt kostbare Gegenstände aus dem späten 5. Jahrhundert vor Christus, die von Grabräubern nie berührt wurden. Dies ermöglichte es Archäologen, den ursprünglichen Zustand und die Verwendung dieser Objekte besser zu verstehen.
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