Mariensäule, Marianische Säule am Marienplatz, München, Deutschland.
Die Mariensäule ist eine Säule aus rötlichem Adneter Marmor auf dem Marienplatz, gekrönt von einer vergoldeten Bronzefigur Marias auf einer Mondsichel, die das Christuskind und ein Zepter hält. An den Ecken ihres Sockels stehen vier Bronzeengel, die einen Löwen, einen Basilisken, einen Drachen und eine Schlange bekämpfen.
Maximilian I. legte im Dreißigjährigen Krieg das Gelübde ab, ein gottgefälliges Werk zu errichten, falls München und Landshut verschont blieben. München wurde von schwedischen Truppen besetzt, und die Heerführung verlangte die Zerstörung, doch König Gustav II. Adolf entschied dagegen. Die Säule wurde 1638 aus Adneter Marmor errichtet und am 7. November 1638 von Bischof Veit Adam von Gepeckh eingeweiht.
Die vier Bronzefiguren an den Ecken des Sockels sind Putten, keine Engel: Sie kämpfen gegen den Löwen (Krieg), den Basilisken (Pest), den Drachen (Hunger) und die Schlange (Unglauben) und verweisen auf Psalm 91,13. Auf ihren Schilden steht der Vers in Kurzform. Die Putten schuf der namentlich unbekannte „Meister der Heldenputti“, gegossen wurden sie von Bernhard Ernst; die heutigen sind Kopien aus den 1990er Jahren.
Die Säule steht frei auf dem Marienplatz und lässt sich zu jeder Stunde umrunden; Sockel und Bronze-Putti liegen auf Augenhöhe, die vergoldete Figur sieht man besser von ein paar Schritten Abstand. Wegweiser nach München messen ihre Kilometer bis zu dieser Säule, dem früheren Nullpunkt der Landstraßen.
Die vergoldete Statue Mariens auf der Spitze stammt ursprünglich von 1593 und war zunächst für das Grab von Herzog Wilhelm V. bestimmt, bevor sie hier ihren Platz fand. Diese Wiederverwendung zeigt, wie Kunstwerke im Laufe der Zeit ihre Bedeutung und ihren Standort wechselten.
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