Schloss Neidstein, Mittelalterliches Schloss in Etzelwang, Deutschland.
Schloss Neidstein ist ein Schloss des 16. Jahrhunderts in Etzelwang in der Oberpfalz, errichtet als langgestreckter Trakt mit östlichem Torbau und Rundturm im Westen und 1513 fertiggestellt. Sein heutiges Aussehen mit Staffelgiebeln geht auf eine Umgestaltung zwischen 1855 und 1860 zurück. Die hellen Mauern haben Reihen rechteckiger Fenster, teils mit roten Läden, unter einem steilen Dach aus roten Ziegeln mit geschwungenen Gauben, weißen Schornsteinen und einem runden Eckturm mit Kegeldach am linken Ende.
1119 wird ein Neipert Nitstein als Ministerialer der Grafen von Sulzbach genannt; 1326 kam die Burg an die Wittelsbacher. Am 10. Februar 1466 verpfändete Herzog Ludwig sie an Hans von Brandt, die Einlösung unterblieb, und die Familie blieb bis 2006 Eigentümerin. Das neue Schloss errichtete Jobst von Brand; es wurde 1513 fertiggestellt.
An einer Wand des Schlosses befinden sich alttestamentliche Reliefs, die im 17. Jahrhundert Georg Schweiger aus Amberg schuf. Dem lächelnden Bildnis des Künstlers sind Verszeilen beigegeben. Diese Reliefs gilt es an der Fassade zu suchen, ebenso wie die Staffelgiebel der Umgestaltung von 1855 bis 1860.
Das Schloss steht auf einem Sporn des Schlossbergs über Tabernackel, südlich von Etzelwang, im 17,78 ha großen Naturschutzgebiet Schergenbuck von 1973. Es ist eine private Tagungsstätte, kein Museum; ein freier Besuch ist nicht möglich. Die Reste der alten Burg liegen auf dem Gipfel oberhalb des heutigen Baus.
Oberhalb des Schlosses sind auf dem Gipfel des Schlossbergs (auch Schergenbuck, 527,5 m) nur geringe Reste der einstigen Burg Neidstein erhalten. Das Schlossarchiv, rund 17 laufende Meter Herrschafts- und Familienakten, soll 1796 bei einem Durchzug französischer Truppen den Pferden vorgestreut worden sein; seit Juli 2006 liegt es als Depositum im Staatsarchiv Amberg.
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