Augustinerchorherrenstift Polling, Gotische Abtei in Polling, Deutschland
Das Kloster Polling ist ein ehemaliges Benediktiner- und späteres Augustiner-Chorherrenstift in Polling bei Weilheim in Oberbayern. Die erhaltene spätgotische Klosterkirche, heute Pfarrkirche, zeigt eine Fassade aus hellem beigem Stein mit rundem Giebel und Kreuz, drei Arkadenportalen, Rund- und Ovalfenstern sowie Statuen entlang des Gebälks. Rechts steht ein hoher quadratischer Turm mit graugrünem Pyramidendach und einer schwarz-weißen Uhr; links ein niedrigeres Gebäude mit Rechteckfenstern und Satteldach.
Die Abtei wurde um 750 gegründet und diente ursprünglich als Benediktinerkloster unter der Familie Huosi, wurde aber im 12. Jahrhundert zur Stiftung der Augustiner-Chorherren umgestaltet. Diese Änderung der Ordensgemeinschaft prägte die Entwicklung und Bedeutung des Ortes über Jahrhunderte hinweg.
Die Klosterkirche, heute Pfarrkirche Heilig Kreuz, bewahrt frühbarocke Stuckaturen von Georg Schmuzer und Orgeln, die Simon Hayl in den 1620er Jahren baute. Im 13. Jahrhundert wurde die Kirche Ziel der Wallfahrten „Zum Kreuz“. Eine von Hans Leinberger geschnitzte Madonna entstand um 1526.
Die Klosterkirche Heilig Kreuz ist heute Pfarrkirche von Polling und der wichtigste erhaltene Bau der ehemaligen Klosteranlage. Der 1970–1975 restaurierte Pollinger Bibliotheksaal ist über den Verein der Freunde des Pollinger Bibliotheksaals e. V. zu besichtigen. Im erhaltenen Teil des Klostergebäudes ist ein Hospiz untergebracht; Apothekertrakt und Wirtschaftsgebäude gehören Privaten und sind nicht öffentlich zugänglich.
Der 1970–1975 restaurierte Bibliothekssaal ist über den Verein der Freunde des Pollinger Bibliotheksaals zu besichtigen. 1803 umfasste die Klosterbibliothek 88.000 Bände; etwa 20.000 kamen an die Münchner Hofbibliothek, 7.000 an die Universitätsbibliothek Ingolstadt, der Rest wurde zu Makulatur. Thomas Mann gab dem Kloster in Doktor Faustus Züge des Klosters Pfeiffering.
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