St. Bonifatius, Katholische Pfarrkirche in Connewitz, Leipzig, Deutschland
St. Bonifatius ist eine katholische Pfarrkirche in Connewitz, die 1929/30 nach Plänen von Theo Burlage im Art-déco-Stil errichtet wurde. Den Kern bildet eine Rotunde von 23 Metern Durchmesser und 12 Metern Höhe unter einem flachen Blech-Kegeldach, umgeben von einem etwa vier Meter breiten Ring mit Sakristei, Taufkapelle, Marienkapelle und Bonifatiuskapelle. Etwa 120 Grad gegen den Eingang versetzt trägt der Ring den 27,5 Meter hohen rechteckigen Glockenturm mit einem Hahn als Wetterfahne. Die hellen Reibeputzflächen rahmen Portale und Fenster aus Klinkern, und der Eingang weist nach Ostnordost, die Kirche ist also nicht geostet.
Der Bau entstand zwischen 1929 und 1930 und wurde als Gedenkstätte für katholische deutsche Kaufleute errichtet, die im Ersten Weltkrieg starben. Das Gebäude steht damit für eine spezifische historische Trauer der Nachkriegszeit.
Der Name verweist auf den heiligen Bonifatius, doch die Kirche entstand als Gedächtniskirche für die 1500 im Ersten Weltkrieg gefallenen katholischen deutschen Kaufleute, gestiftet vom Katholischen Kaufmännischen Verein. Im Innern tragen die vier quadratischen Pfeiler am Turmzugang links vom Altar Terrakotta-Figuren von Albert Burges und Wolfdietrich Stein in drei Reihen: unten Abel, Abraham, Mose und Melchisedek, in der Mitte die Märtyrer Mauritius, Georg, Viktor und Sebastian, oben die Kirchenlehrer Petrus Canisius und Albertus Magnus, Franz von Assisi und der Wohltäter Homobonus von Cremona.
Die Kirche steht etwa 35 Meter von der Straße zurück am südlichen Ende der Biedermannstraße, auf einem begrünten Grundstück neben dem 1931 entstandenen St.-Elisabeth-Krankenhaus. Der Eingang weist nach Ostnordost, die Kirche ist also nicht geostet. Eine Glaswand trennt den Eingangsbereich von der Rotunde und leitet die Besucher in die Gänge zwischen den Bankreihen.
Die Orgel entstand 1902 für die Dresdner Andreaskirche und wurde 1935 von der Dresdner Firma Jehmlich hier eingebaut, die sie 1938 um sechs Register erweiterte. 2005 überholte sie der Orgelbaumeister Gerd-Christian Bochmann aus Kohren-Sahlis.
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