Burg Endenich, Mittelalterliche Burg in Bonn, Deutschland
Von der Burg Endenich in Bonn steht heute nur noch die Vorburg: ein langgestrecktes zweigeschossiges Gebäude mit weißer Fassade, steilem dunkelgrauem Dach mit zwei Schornsteinen und kleinen Gauben, einer Reihe rechteckiger Fenster und einem dunklen Bogeneingang links. Es steht hinter einer niedrigen Stützmauer auf einem Rasenhang, davor kahle Bäume. Die Hauptburg wurde spätestens im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört.
Die Burg Endenich ist um 1200 erstmals urkundlich belegt, als zwei dort ansässige Ritter genannt wurden; vermutlich geht sie auf ein 1135 vom Cassius-Stift erworbenes Gut zurück. Ende des 15. Jahrhunderts ging sie von den Rittern von Endenich an die vam Huys über, 1619 an den kölnischen Freiherrn Engelhard von Weichs. Die Hauptburg wurde spätestens im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) zerstört; erhalten ist nur die Vorburg. 1690 an Johann Heinrich von Lapp verkauft, hieß sie auch Lappenburg; sein Sohn Joseph Clemens von Lapp ließ sie sanieren und ausbauen. Ab 1830 war sie 132 Jahre im Besitz der Familie von Hymmen, bis die Stadt Bonn sie 1962 für 400.000 DM kaufte.
Die Straße am früheren Burggraben hieß einst „Baachjass“ nach dem Endenicher Bach; heute heißt sie Am Burggraben, das erhaltene Haus trägt die Nummer 18. Seit 1995 koordiniert der Trägerverein Endenicher Burg e. V. die Nutzung durch die Endenicher Vereine und erreichte die Denkmaleintragung, die im Dezember 2006 genehmigt wurde.
Die Burg Endenich liegt am Am Burggraben 18 in der Mitte Endenichs, wenige Schritte vom Endenicher Bach entfernt, der früher den Burggraben speiste. Erhalten ist nur die Vorburg: Es gibt keinen Bergfried oder Turm zu besteigen, und das weiße zweigeschossige Gebäude mit steilem grauem Dach ist von der Straße und dem angrenzenden öffentlichen Park aus zu sehen. Im Herrenhaus sitzt eine Zweigstelle der Stadtbücherei, im Straßenflügel die Löscheinheit 14 der Freiwilligen Feuerwehr, daher ist ein Besuch tagsüber sinnvoll.
Im Innenhof steht eine über 130 Jahre alte Esskastanie mit einem Stammumfang von über 4 Metern; zusammen mit acht weiteren Bäumen im Park ist sie als Naturdenkmal eingetragen. 1962 verkaufte die Familie von Hymmen die Burg für 400.000 Deutsche Mark an die Stadt Bonn.
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