Burg Gürzenich, Mittelalterliche Burgruine in Düren, Deutschland
Burg Gürzenich ist eine mittelalterliche Ruine in Düren mit Überresten einer polygonalen Außenbefestigung, vier Türmen und einem rechteckigen Hauptgebäude mit rundem Turm an der Rückseite. Die Anlage liegt innerhalb eines landwirtschaftlichen Anwesens und zeigt noch Reste des alten Grabensystems sowie Mauerreste.
Burg und Dorf Gürzenich waren ein Lehen der Jülicher Grafen, das erstmals von Caesarius von Heisterbach erwähnt wurde; er schilderte, wie die Ritter von Bachem die Burg 1232 überfielen und alle Bewohner niedermachten, wodurch die Besitzerfamilie ausstarb. 1404 kam die Hälfte der Herrlichkeit an Johann Schellart, die andere Hälfte durch Heirat 1523 an Dietrich von Beusdael, der seinen Anteil um 1530 an die Familie Schellart verkaufte, sodass Burg und Herrschaft wieder vereint waren; zu dieser Zeit erfolgte ein Neubau. 1830 waren die Gebäude so ruinös, dass sie abgerissen werden mussten.
Die Familie von Gürzenich, Ministerialengeschlecht der Jülicher Grafen, wird 1143 erstmals urkundlich erwähnt, als Adolf von Gürzenich eine Urkunde des Kölner Erzbischofs Arnold I. siegelte. Zu ihrem Kölner Grundbesitz gehörte die Stelle, an der 1441 der Bau des städtischen Fest- und Tanzhauses begann, das nach ihnen benannt wurde. Burg und Dorf Gürzenich waren ein Jülicher Lehen.
Der Ort liegt auf privatem Ackerland und ist nicht offiziell zugänglich, aber die Ruinen sind von außen zu sehen. Eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem Landbesitzer ist empfehlenswert, falls man die Anlage näher erkunden möchte.
Ein Sturzstein aus Sandstein mit der Jahreszahl 1555 ist heute im Mona-Lisa-Turm im Gürzenicher Schillingspark verbaut. Er ist eine Spolie der Burg, ebenso wie das alte Mauerwerk aus Bruchstein und Sandsteinquadern an der Süd- und Westseite der Hofanlage Kreuder, das beim Bau der Remise wiederverwendet wurde.
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