Burg Löwenstein, Mittelalterlicher Turm in Löwenstein, Deutschland
Burg Löwenstein ist die Ruine einer Spornburg über der Stadt Löwenstein, errichtet aus Quadern lokalen Sandsteins. Am besten erhalten ist der 24 Meter hohe Treppenturm, dessen unterer Teil ein hochkant gestellter Quader ist, auf dem ein schlankes, etwa dreiviertelrundes Segment sitzt. Der Turm steht auf einem bewaldeten Hügel und zeigt nahe der Spitze kleine rechteckige Öffnungen, ein Flachdach mit niedriger Brüstung und eine dünne Stange in der Mitte.
Die Burg wurde Ende des 11. Jahrhunderts von den Grafen von Calw an einem strategisch günstigen Punkt oberhalb des Tals errichtet. Im späten 15. Jahrhundert wurden zusätzliche Gebäude ergänzt, um die Anlage an veränderte Anforderungen der Verteidigung anzupassen.
Der Name der Burg stammt vom Löwen, dem Wappentier der Grafen von Calw, die sie erbauten, und ging auf die Stadt darunter über. Das Grafengeschlecht erlosch, die Anlage kam an die Habsburger und später an die Kurpfalz. 1488 übergab Kurfürst Friedrich I. Burg und Amt seinem morganatischen Sohn Ludwig von Bayern, der sich Graf Ludwig I. von Löwenstein nannte und das bis heute bestehende Haus Löwenstein-Wertheim begründete.
Die Burg ist zu Fuß vom Stadtzentrum Löwensteins aus erreichbar, der Weg führt über leicht ansteigende Pfade durch die umliegende Landschaft. Festes Schuhwerk wird empfohlen, da der Untergrund je nach Witterung rutschig sein kann.
Wer die Außenmauern genau betrachtet, kann Bereiche aus verschiedenen Bauphasen erkennen, da das Mauerwerk über Jahrhunderte hinweg mehrfach verändert wurde. Diese sichtbaren Schichten machen den Bau zu einem ungewöhnlichen Dokument der Baugeschichte, das man direkt an der Oberfläche ablesen kann.
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