Burg Müddersheim, Mittelalterliche Burg in Vettweiß, Deutschland
Burg Müddersheim ist eine von 1718 bis 1720 für Rudolf Adolf von Geyr erbaute Wasserburg. Die Anlage aus Backstein besteht aus dem zweigeschossigen, fast quadratischen Herrenhaus mit Walmdach und der dreiflügeligen Vorburg mit repräsentativem Torbau an der Südostseite. Das Herrenhaus besitzt einen einachsigen giebelbekrönten Mittelrisalit und eine Freitreppe an der Hofseite. Sie liegt am Ortsrand von Müddersheim direkt am Neffelbach.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1057 und berichtet von der polnischen Königin Richeza, die dort Zuflucht suchte. Seitdem durchlebte der Adelssitz verschiedene Phasen unter wechselnden Herrscherfamilien und prägte das Landschaftsbild der Region dauerhaft.
Die Kapelle auf dem Gelände ist die Antoniuskapelle, die dem heiligen Antonius geweiht ist; der Quelle zufolge ist sie ein eigenes Denkmal Müddersheims. Burg und Herrschaft gehören seit dem Kauf durch Rudolf Adolf von Geyr im Jahr 1707 den Freiherren von Geyr zu Schweppenburg und sind bis heute in Familienbesitz.
Das Gelände liegt an der Amandusstraße in Vettweiß und ist leicht vom Dorfkern aus zu erreichen, wobei der Zugang von den öffentlichen Wegen aus möglich ist. Die umgebenden Parks und Gartenbereiche laden zu Spaziergängen ein und bieten gute Möglichkeiten, das Anwesen von außen zu betrachten.
Die Herrschaft Müddersheim gehörte nie zum benachbarten Herzogtum Jülich, sondern war eine kurkölnische Unterherrschaft. 1351 verkaufte Johann von Schleiden die Burg mit fünf Hufen Ackerland, sechs Morgen Weingarten, zwölf Morgen Benden, 70 Morgen Wald und der Mühle an Goedert von Aldenrode.
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