Burg Tannroda, Mittelalterliche Burg in Bad Berka, Deutschland.
Die Burg Tannroda, auch Blaues Schloss genannt, liegt auf dem 300 m hohen Lindenberg über dem rechten Ilmufer am westlichen Ortsrand von Tannroda. Die unregelmäßige Burganlage mit Vorburg wird von einem 22 Meter hohen runden Bergfried auf gemauertem quadratischem Sockel mit abgeschrägten oberen Ecken beherrscht, der heute als Aussichtsturm dient. Hinter dem Bergfried stehen die Reste des Wohngebäudes mit rundbogigem Eingang, die Wirtschaftsgebäude liegen im äußeren Bereich.
Das Schloss wurde zwischen 1100 und 1200 erbaut und diente als Sitz der Herren von Tannrode bis zu seiner Zerstörung 1465 durch Bürger aus Erfurt und Weimar. Später entstand eine Wiederherstellung, doch ein großer Teil der ursprünglichen Befestigung ging verloren.
Das Thüringer Korbmachermuseum sitzt in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Burg und wird vom Heimatverein betrieben. Die erste Abteilung behandelt die erste urkundliche Erwähnung Tannrodas 1115 und die Verleihung der Stadtrechte 1403, die Burg- und Schlossgeschichte mit ihren Besitzern sowie eine kleine Ausstellung zu Carl-Alexander von Gleichen-Rußwurm, dem letzten Nachkommen Schillers. Das Korbmacherhandwerk erlosch in der Stadt erst 1990; zudem werden Entwürfe von Henry van de Velde für Möbel der Tannrodaer Korbmacher gezeigt.
Der Rundbau und die Innenbereiche sind tagsüber für Besucher zugänglich und ermöglichen einen Aufstieg über Treppen mit Ausblick auf die Umgebung. Geführte Touren werden angeboten und sollten vorher angemeldet werden, um einen guten Besuch zu gewährleisten.
Das Rote Schloss brannte 1775 zusammen mit dem Bergfried ab, doch seine Ruine wurde erst 1824 beseitigt; fast fünfzig Jahre lag die zweiteilige Anlage als Ruine. Der Bergfried, ein 22 Meter hoher runder Turm auf gemauertem quadratischem Sockel mit abgeschrägten oberen Ecken, dient heute als Aussichtsturm.
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