Slawenburg Ruppin, Slawischer Burgwall auf einer Insel in Neuruppin, Deutschland
Die Slawenburg Ruppin ist ein slawischer Burgwall auf Poggenwerder, einer ovalen Insel im Ruppiner See von etwa 100 m Durchmesser, im Ortsteil Alt Ruppin von Neuruppin. Von der Anlage zeugen nur schwache Wallspuren an den Inselrändern; Erdarbeiten im 19. Jahrhundert brachten Holzkonstruktionen, Balkenanlagen und Feldsteinschüttungen zutage. Auf der über eine Holzbrücke verbundenen Halbinsel Amtswerder lag eine befestigte Handwerkersiedlung.
Die Inselburg entstand um das Ende des 9. Jahrhunderts als Sitz des slawischen Stammes der Zamzizi; auf der Halbinsel Amtswerder lag eine befestigte Handwerkersiedlung, die im 11. Jahrhundert ihre Blütezeit erreichte. Eine hölzerne Brücke verband beide. Um 1150 wurde die Burg im Zuge des Wendenkreuzzuges zerstört oder aufgegeben, und um 1200 entstand auf dem Amtswerder die deutsche Burg Ruppin.
Dieser Ort zeigt, wie slawische Gemeinschaften ihre Siedlungen schutzten, indem sie Wälle und Steinmauern strategisch anlegten. Die sichtbaren Überreste veranschaulichen heute noch den Aufbau dieser frühen Verteidigungsanlagen in der Region.
Die Anlage liegt auf der Insel Poggenwerder im Ruppiner See und ist nur per Boot erreichbar; die Insel ist oval und etwa 100 m breit. An ihren Rändern sind nur schwache Wallspuren erhalten, man sucht also leichte Bodenwellen statt Mauern. Die befestigte Vorburgsiedlung lag gegenüber auf der Halbinsel Amtswerder bei Alt Ruppin.
Der slawische Name der Insel, Poggenwerder, stammt vom polabischen Wort für Frosch und erinnert daran, dass die Burg im Ruppiner See lag. Bei Grabungen auf der Insel und dem Amtswerder fand man spätslawische und frühdeutsche Keramik, Messer, Lanzenspitzen, Münzen und eine Gussform für Wendenpfennige.
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