Deutsches Elfenbeinmuseum, Kunstmuseum in Erbach, Deutschland.
Das Deutsche Elfenbeinmuseum Erbach ist ein Kunstmuseum in der Stadt Erbach im Odenwald, das eine große Sammlung geschnitzter Elfenbeinarbeiten aus mehreren Jahrhunderten zeigt. Die Exponate stammen aus Europa, Afrika, Asien und Grönland und vermitteln einen Überblick über die handwerklichen Techniken und Stile verschiedener Regionen.
Ende des 18. Jahrhunderts begann Graf Franz I. von Erbach nach einer Reise durch Europa damit, die Elfenbeinschnitzerei in der Stadt zu fördern, was Erbach zu einem bekannten Zentrum dieses Handwerks machte. Das Museum entstand später als Ort, um diese gewachsene Tradition zu sammeln und zu zeigen.
Die Sammlung umfasst Elfenbeinschnitzereien aus Europa, Afrika, Asien und Grönland vom Mittelalter bis zur Gegenwart, mit einem Schwerpunkt auf den Odenwälder Schnitzern des 19. und 20. Jahrhunderts wie Jan Holschuh. In der Museumswerkstatt führen Elfenbeinschnitzer ihre Werkzeuge und Techniken vor, darunter auch die Arbeit mit der Tagua-Nuss, einem pflanzlichen Ersatz für Elfenbein.
Seit 2016 nutzt das Museum sieben Räume im Erdgeschoss des Erbacher Schlosses, die vom Stadtzentrum aus zu Fuß erreichbar sind. Die Schnitzwerkstatt liegt in einem Nebengebäude auf demselben Gelände, wo Schnitzer Werkzeuge und Techniken vorführen. Für beides sollte man Zeit einplanen; der Rundgang folgt der Chronologie von Graf Franz I. bis zur Moderne.
Ein eigener Schatzkammersaal zeigt zwölf Vitrinen mit Schnitzarbeiten aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt auf Werken aus Erbach und anderen deutschen Regionen liegt. Dieser Bereich gibt einen direkten Eindruck davon, wie lokal verwurzelt und handwerklich ausgerichtet die Produktion in Erbach war.
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