Dorfkirche Dahlem, Gotische Kirche in Steglitz-Zehlendorf, Deutschland.
Die St.-Annen-Kirche, lange Dorfkirche Dahlem genannt, ist ein Bau aus Feldstein und Ziegel mit rechteckigem Langhaus und quadratischem Westturm. Der weiß verputzte untere Turmteil ist von kleinen runden Öffnungen durchbrochen; darüber trägt ein dunkler, senkrecht verschalter Holzaufbau einen steilen grauen Schieferpyramidenspitz. Die Langhausmauern aus rotem und dunklem Stein mit helleren Flicken und Strebepfeilern haben hohe Bogenfenster und ein spitzbogiges Portal; auf dem roten Ziegeldach sitzt eine kleine Schleppgaube.
Zwischen 1215 und 1225 entstand hier wohl ein Holzbau, um 1300 ersetzt durch einen Steinbau auf Feldsteinsockel. Um 1490 kam der spätgotische Chor hinzu, 1504–1507 der Gruftanbau mit dem ältesten Fachwerkgiebel Berlins. Im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannt, wurde die Kirche 1671–1679 unter Cuno Hans von Wilmersdorff renoviert und nach 1945 wiederaufgebaut, die Arbeiten endeten 1953.
Den Namen St.-Annen-Kirche trägt die Kirche offiziell erst seit 1913; er ehrt die heilige Anna, Mutter der Maria, die als Inbegriff göttlicher Gnade und mütterlicher Liebe galt. Die Kirche gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Dahlem, die hier lutherische Gottesdienste feiert; ihre zweite Kirche ist die Jesus-Christus-Kirche. Auf dem St.-Annen-Kirchhof ist der Studentenführer Rudi Dutschke beerdigt.
Die Kirche steht an der Ecke Pacelliallee/Königin-Luise-Straße 55, daneben der St.-Annen-Kirchhof; das ehemalige Pfarrhaus in der Pacelliallee 61 ist heute das Martin-Niemöller-Haus. Nächster U-Bahnhof ist Dahlem-Dorf (Linie U3). Das Südportal wurde 1905–1907 zugemauert, der Zugang erfolgt also nicht über die spitzbogige Tür an der Südseite.
Von 1832 bis 1849 diente der hölzerne Dachturm als zweite Relaisstation der preußischen optischen Telegrafenlinie Berlin–Koblenz: Über der Glockenstube wurde ein quadratischer Raum geschaffen, darüber eine offene Plattform mit einem Signalmast, der sechs Flügel in drei Paaren trug. Nachdem die Technik überholt war, wurde nach 1853 auf die ehemalige Wachstube des Bedienungspersonals ein kleines Türmchen aufgesetzt.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.382 Mitwirkenden weltweit.