Dolmen von Degernau, Prähistorisches Megalithgrab in Wutöschingen, Deutschland.
Der Dolmen von Degernau ist ein Megalithgrab im Gewann „Toter Mann“ zwischen Degernau und Erzingen, dessen Reste nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz liegen. Die im Original erhaltene Deckplatte misst 2,70 auf 2,00 Meter und wiegt rund 3,3 Tonnen; die teilweise erhaltene Giebelplatte lässt sich mit einem kreisrunden Seelenloch von 36 bis 38 Zentimetern Durchmesser ergänzen, das ein zuckerhutförmiger Verschlussstein verschließt.
Das Grab stammt aus der Jungsteinzeit, als Menschen begannen, sesshaft zu werden und Ackerbau zu betreiben. In dieser Zeit entstanden die ersten festen Siedlungen und mit ihnen Grabkammern wie diese, die für generationenlang genutzt wurden.
Die kreisrunde Öffnung der Giebelplatte mit 36 bis 38 Zentimetern Durchmesser heißt Seelenloch: Man nahm an, die Errichter hätten sie ausgespart, damit die Seelen der Bestatteten ins Jenseits gelangen konnten. Tatsächlich diente sie als Zugang. Bis ins letzte Jahrhundert glaubte man an die Heilwirkung der Steine und schob kranke Glieder und kranke Kinder durch die Öffnung. Ein pfropfenartiger Verschlussstein in Zuckerhutform gehörte dazu.
Das Grab liegt rechts der Landesstraße 163a zwischen Degernau und Erzingen im Gewann „Toter Mann“. Der Menhir von Degernau steht rund 400 Meter östlich im Gewann „Bühlhölzle“. Die Fundstelle ist eine offene Fläche direkt an der Straße und zu Fuß vom Fahrbahnrand aus erreichbar.
Die Steine wurden rekonstruiert, nachdem die ursprüngliche Struktur im Laufe der Jahrtausende beschädigt wurde. Diese Wiederherstellung ermöglicht es Besuchern heute, zu verstehen, wie das Grab ursprünglich aussah und funktionierte.
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